Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Zielarten der jeweils aktuellen phänologischen Zeiträume, die im Fokus unseres Beobachtungsprojektes zur Phänologie stehen. Unser Partner hierbei ist der → Deutschen Wetterdienst (DWD). Nähere Informationen über das Projekt selbst sowie die Beobachtungsaufgaben finden Sie → hier.
Vorfrühling: Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana)
Hier geht es zum → Artporträt auf dem Meldeportal von NABU|naturgucker.
Die Gewöhnliche Hasel wird im deutschen Sprachraum auch als Gemeine Hasel, Haselstrauch oder Haselnussstrauch bezeichnet. Es handelt sich um einen sommergrünen Strauch, der für gewöhnlich circa 5 m hoch wird. Der phänologische Vorfrühling wird durch den Blühbeginn der Gewöhnlichen Hasel eingeleitet. Ihre Blütezeit beginnt je nach Landesteil und Höhenlage meist im Januar oder Februar; sie findet bei dieser Pflanzenart grundsätzlich vor dem Blattaustrieb statt.
An einem Haselstrauch befinden sich sowohl männliche als auch weibliche Blüten, die Art ist somit monözisch. Männliche Haselnussblütenstände sind hängend, länglich und kätzchenförmig. Sie bilden sich bereits im Herbst des Vorjahres und überwintern, wobei sie geschlossen sind. Mit dem Blühbeginn öffnen sie sich, wodurch die winzigen gelblich-grünen Blüten sichtbar werden. Zwischen 3 cm und 7 cm sind die männlichen Blütenkätzchen lang.
Sehr unscheinbar sind die weiblichen Blüten. Sie sehen Laubknospen ähnlich und sind von bräunlichen Knospenschuppen umhüllt. Ihre Länge beträgt nur etwa 3 mm bis 5 mm. Lediglich ihre rosaroten bis roten Narben ragen während der Blühperiode heraus. Diese sind etwa 2 mm bis 3 mm lang.
Natürliche Standorte, an denen die Gewöhnliche Hasel vorkommt, sind zum Beispiel lichte Wälder und Feldhecken. Darüber hinaus wächst sie an Wegrändern und ist in manchen Parkanlagen sowie in Gärten zu finden.
Wegen ihrer nahrhaften essbaren Früchte, der Haselnüsse, ist sie bei den Menschen seit Langem beliebt. Eine ganze Reihe von Tierarten, darunter Spechte, Mäuse und Eichhörnchen, nutzt Haselnüsse ebenfalls als Nahrung.
Vorfrühling: Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
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Das Kleine Schneeglöckchen, auch einfach nur Schneeglöckchen oder Gewöhnliches Schneeglöckchen genannt, gehört zu den ersten Blühern des Jahres. Für sehr früh im Jahr fliegende Insekten ist es eine wichtige Nahrungsquelle.
Beim Kleinen Schneeglöckchen handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, deren Wuchshöhe meist 7 cm bis 15 cm beträgt. Für gewöhnlich wachsen diese Pflanzen in Gruppen. Typisch für diese Art sind die einzeln stehenden, nickenden Blüten.
Dass die für das menschliche Auge weißen Blüten sogar bei Schnee zielsicher von Insekten gefunden werden, liegt in einer für uns nicht wahrnehmbaren Besonderheit begründet: Sie können ultraviolettes Licht und somit einen Teil des von der Sonne abgegebenen Lichtes absorbieren. Insekten wie Bienen und Hummeln können ultraviolettes Licht wahrnehmen. Für sie leuchten die Blüten des Kleinen Schneeglöckchens regelrecht auf und sind deshalb nicht nur bei Schnee gut sichtbar.
Zu den Standorten, an denen das Kleine Schneeglöckchen angetroffen werden kann, gehören Auenwälder und feuchte Laubmischwälder. Es wächst bevorzugt auf sickerfeuchten und nährstoffreichen Böden. Als Zierpflanze ist es in Parkanlagen und Gärten sehr beliebt.
Das Kleine Schneeglöckchen ist giftig. Der größte Teil der Giftstoffe befindet sich in den Zwiebeln, die dieser Pflanzenart als unterirdische Überdauerungsorgane dienen.
Vorfrühling: Sal-Weide (Salix caprea)
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Weil sie bereits sehr früh im Jahr blüht, ist die Sal-Weide für Insekten wie Bienen und Hummeln eine ausgesprochen wichtige Nahrungspflanze. Typisch für sie ist, dass ihre Blütezeit vor dem Blattaustrieb stattfindet. Ihr Blühbeginn liegt außerdem in aller Regel vor dem anderer Weiden-Arten.
Zwischen 2 m und 10 m, mitunter sogar bis zu 15 m, können Sal-Weiden groß werden. Diese sommergrünen Bäume erreichen durchschnittlich ein Alter von 60 Jahren. Bei jungen Exemplaren ist die Rinde am Stamm grau und sie weist rautenförmige Korkwarzen auf. Ältere Sal-Weiden haben eine graue bis schwarzbraune Borke mit rautenförmigen Aufsprüngen, die in Reihen regelmäßig angeordnet sind. Charakteristisch ist die meist recht breite Baumkrone.
Sal-Weiden sind eingeschlechtlich. Das heißt, es gibt Bäume mit männlichen und Exemplare mit weiblichen Blüten. Sie sind in beiden Fällen kätzchenförmig und es stehen in aller Regel mehrere Blütenstände aufrecht beieinander. Oval bis breitoval sind die männlichen Kätzchen, sie haben eine Länge von 1,5 cm bis 2,5 cm und sind circa 1,5 cm breit. Bei ihnen sind deutlich die gelben Staubbeutel zu erkennen, wohingegen die weiblichen Blütenkätzchen kurz-zylindrisch geformt sind. Ihre sehr kleinen Blüten sind grünlich gefärbt.
Zu finden sind Sal-Weiden meist an frischen, nährstoffreichen Standorten. Anders als andere in Mitteleuropa vorkommende Weiden-Arten wachsen sie außerhalb von Auen und Sümpfen. Außerdem kommt die Art als Pionier auf Brachflächen, Schutthalden und in Kahlschlägen auf lehmigen und steinigen Rohböden vor.
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