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Pflanzen

Wasser-Hahnenfuß (Artengruppe) (Ranunculus aquatilis agg.), (c) Helene Germer/NABU-naturgucker.de

Pflanzen Grundwissen

48 Lernstunden
Autor*innen: Dr. Patrick Kuss, Prof. (apl.) Dr. Veit Dörken und Julia Hecht

Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia), (c) Kirstin Salzgeber/NABU-naturgucker.de

Farne, Schachtelhalme und Bärlappe Aufbauwissen

18 Lernstunden; verfügbar 11/2026
Autorin: Lea Bizer

Gewöhnliches Schilf (Phragmites australis), (c) Stella Mielke/NABU-naturgucker.de

Gräser Aufbauwissen

24 Lernstunden; verfügbar 10/2026
Autor: Thomas Hövelmann

Polster-Kissenmoos (Grimmia pulvinata), (c) Sonja Klein/NABU-naturgucker.de

Moose Grundwissen

18 Lernstunden; verfügbar 06/2026
Autorin: Annika Maria Kruse

Pflanzen sind die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Ob als Basis von Ökosystemen, als Nahrungsquelle oder einfach als ästhetische Bereicherung – sie spielen eine zentrale Rolle in unserem Leben. Die NABU|naturgucker-Akademie widmet sich dieser äußerst vielfältigen Organismengruppe in mehreren Kursen.

Bereits verfügbar ist der Kurs „Pflanzen Grundkenntnisse“. Er vermittelt Grundkenntnisse der Pflanzenkunde einschließlich Systematik, Ökologie und Morphologie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bestimmung von Pflanzenarten. Auch Themen wie der Schutz bedrohter Arten und der Umgang mit Neophyten, also meist vom Menschen eingeführte Arten, stehen auf dem Lehrplan.

Demnächst wird es einen Kompaktkurs zu den Grundlagen der Pflanzen geben. Darüber hinaus wird es in Zukunft Kurse geben, die einen leicht verständlichen Zugang zum Aufbauwissen über Gräser sowie über Farne, Schachtelhalme und Bärlappe ermöglichen. Moose werden künftig in einem eigenen Grundlagenkurs behandelt.

Alle Lerninhalte der NABU|naturgucker-Akademie stehen Interessierten online kostenlos zur Verfügung.

Das vermitteln die Kurse

Pflanzen Grundwissen
Icon Kurs Pflanzen Grundwissen

Artenkenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… erkennen mithilfe von interaktiven Übungen und Bestimmungsaufgaben ca. 150 häufige, charakteristische und bedeutsame einheimische Arten.
Inhalte: Liste der ausgewählten Pflanzenarten inkl. Liste der BANU-Arten für die Feldbotanik-Zertifizierung; Artporträts

Systematische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… vergleichen Merkmale ausgewählter Pflanzen, um die systematische Stellung von Großgruppen abzuleiten.
Inhalte: Kennzeichen von Pflanzen; evolutionäre Innovationen, Großgruppen der Pflanzen (Algen, Moose, Farnverwandte, Nacktsamer, Bedecktsamer)
… erkennen 26 Pflanzenfamilien und deren wichtige Unterscheidungsmerkmale.
Inhalte: Liste der Pflanzenfamilien inkl. Liste der BANU-Familien für die Feldbotanik-Zertifizierung; Familienporträts
… erkennen 21 Pflanzengattungen und deren wichtige Unterscheidungsmerkmale.
Inhalte: Liste der Pflanzengattungen inkl. Liste der BANU-Gattungen für die Feldbotanik-Zertifizierung; Gattungsporträts
… definieren grundlegende Fachbegriffe der biologischen Systematik und Taxonomie.
Inhalte: Taxonomischen Rangstufen; biologischer und morphologischer Artbegriff: Binäre Nomenklatur
… interpretieren Ordnungssysteme bezüglich der zugrunde liegenden Kriterien.
Inhalte: Künstliche und stammesgeschichtliche Ordnungssysteme; Aufbau von Stammbäumen und deren Interpretation

Bestimmungskompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… setzen analoge und digitale Bestimmungshilfen bei bekannten und unbekannten Pflanzenarten ein und lernen Möglichkeiten kennen, ihre Ergebnisse zu validieren.
Inhalte: Typen von Bestimmungshilfen mit ihren Möglichkeiten und Grenzen; Gebrauch der Hilfsmittel; Validieren von Ergebnissen durch Nutzung von Foren etc.
… identifizieren bestimmungsrelevante Merkmale an unbekannten Pflanzen.
Inhalte: Informative Merkmale und deren Ausprägungen je nach Pflanzengruppe
… erstellen eigene Bestimmungsschlüssel.
Inhalte: Typen von Bestimmungsschlüsseln; kategorische und numerische Merkmale; variable und konstante Merkmale

Biologische & ökologische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… unterscheiden Pflanzenorgane, benennen wichtige Merkmale sowie häufige Merkmalsausprägungen dieser Organe.
Inhalte: Morphologie und Anatomie unterirdischer Organe (Wurzeln, Triebe), Spross, Blatt, Blüte, Frucht, Same; Terminologie
… beschreiben den typischen Entwicklungszyklus von Pflanzen.
Inhalte: Abfolge von Entwicklungsphasen (Phänologie); Physiologie der Entwicklung
… interpretieren Konstanz und Variabilität von Merkmalen in Zusammenhang mit der Pflanzenentwicklung.
Inhalte: Morphologie; Physiologie
… erkennen Anpassungen von Pflanzen an Konkurrenz, Bestäuber und Fraßfeinde sowie an Symbionten.
Inhalte: Wechselwirkungen innerhalb und zwischen Arten
… benennen Anpassungen von Pflanzen an wichtige Standortfaktoren.
Inhalte: Gestein, Relief, Boden, Wasser, Klima, Nutzung, Zeit; Morphologie und Anatomie von Pflanzenorganen; Phänologie
… nutzen Indikatoren, um die Standorteigenschaften eines Lebensraums zu interpretieren.
Inhalte: Ökologische Zeigerwerte; Nutzungswertzahlen

Lebensraum- & Verbreitungskenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… lernen verschiedene Klassifikationssysteme von Lebensräumen kennen.
Inhalte: Überblick über die Klassifikationssysteme von Lebensraumtypen: EUNIS, FFH-Richtlinie, Pflanzensoziologie, Klassifikation der NABU|naturgucker-Akademie etc.
… erkennen neun Lebensraumgroßgruppen, beschreiben die kennzeichnenden Standortverhältnisse und benennen ausgewählte charakteristische Pflanzenarten.
Inhalte: EUNIS-Gruppen: marine Lebensräume, Küstenhabitate, Wasserflächen im Binnenland, Sümpfe, Hoch- und Niedermoore, Grasland und Hochstaudenfluren, Heide, Gebüsche und Tundra, Wald und Forst und sonstiger Baumbestand, Lebensräume ohne oder mit geringer Vegetation, kultiviertes Land; Standortfaktoren; Charakterarten
… analysieren und interpretieren Anpassungen von Pflanzen an die Standortverhältnisse verschiedener Lebensräume.
Inhalte: Grundlagen der Biologie und Ökologie (Morphologie, Physiologie, Vielfalt der Wechselwirkungen mit der belebten und unbelebten Welt)

Naturschutzkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… beachten die rechtlichen Vorgaben für das Betreten von Lebensräumen im Allgemeinen und von Schutzgebieten im Besonderen sowie die gesetzlichen Grundlagen zum Sammeln von Pflanzen und Pflanzenteilen.
Inhalte: Aufbereitete Informationen zu Pflanzenschutz gemäß den gesetzlichen Bestimmungen
… wissen um die Gefährdung von Pflanzen durch unsachgemäße Naturbeobachtungen und verhalten sich im Gelände so, dass Pflanzen möglichst nicht gestört werden.
Inhalte: Gefährdung von Pflanzen (Gefährdungskategorien der Roten Liste); Verhaltensregeln
… kennen Gründe für den Rückgang der Pflanzenarten und bewerten Möglichkeiten, Pflanzenarten besser zu schützen.
Inhalte: Landnutzungsänderung allgemein; Lebensraumverlust durch Intensivierung der Landwirtschaft, Waldumbau, Trockenlegung von Feuchtgebieten, Flächenversiegelung; Schutzkonzepte
… kennen Gründe für den Erfolg einiger Neophyten, sind mit deren Einfluss auf die einheimische Flora und Fauna vertraut und wissen um Grenzen und Möglichkeiten in Bezug auf deren Eindämmung.
Inhalte: Biologie, Ökologie und Biogeografie von Neophyten; Bewertung des Schadpotenzials; Konzepte zur Kontrolle von Neophyten

Methodenkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… verwenden Lupen und weiteres Werkzeug, um Pflanzen zu untersuchen.
Inhalte: Ausrüstungs- und Anwendungstipps
… legen eigene Belegsammlungen aus getrockneten Pflanzen und Fotos an und dokumentieren die relevanten Informationen der Aufsammlungen.
Inhalte: Anleitung zum Herbarisieren; Kriterien für bestimmungsrelevante Fotos; Belegbilder
… recherchieren Beobachtungsangaben von ausgewählten Pflanzen in ihrer Umgebung auf dem → Meldeportal von NABU|naturgucker und legen eigene Beobachtungsgebiete an.
Inhalte: Datenqualität; Nutzung des Meldeportals von NABU|naturgucker
… untersuchen Pflanzen in ihrem Lebensraum und dokumentieren ihre eigenen Beobachtungen.
Inhalte: Datenqualität; Methoden der Dokumentation; Sicherung in Meldesystemen
… dokumentieren phänologische Beobachtungen ausgewählter Arten.
Inhalte: Anwendung der BBCH-Skala der Phänophasen; Nutzung des Meldeportals von NABU|naturgucker

Gräser Aufbauwissen

Artenkenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… können mindestens 50 häufige Gräserarten Deutschlands aus den Familien Süßgräser, Sauergräser und Binsengewächse im Gelände erkennen und kennen deren Bedeutung und Charakteristika im Lebensraum.
Inhalte: Gräser aus der Liste „Gräserarten-Auswahl-Grundlagen, Tabellen BANU und KennArt 2025“

Arten von A bis Z

Agrostis stolonifera
Alopecurus myosuroides
Alopecurus pratensis
Anthoxantum odoratum
Arrhenatherum elatius
Avena fatua
Avena sativa
Brachypodium pinnatum
Briza media
Bromus erectus
Bromus hordeaceus
Bromus sterilis
Calamagrostis epigejos
Carex acuta
Carex acutiformis
Carex hirta
Carex pilulifera
Carex remota
Carex sylvatica
Cynosurus cristatus
Dactylis glomerata
Deschampsia cespitosa
Echinochloa crus-galli
Elymus repens
Festuca rubra
Glyceria fluitans
Holcus lanatus

Hordeum murinum
Hordeum vulgare
Juncus acutiflorus
Juncus articulatus
Juncus conglomeratus
Juncus effusus
Lolium multiflorum
Lolium perenne
Luzula campestris
Luzula multiflora
Luzula pilosa
Luzula sylvatica
Melica uniflora
Milium effusum
Molinia caerulea agg.
Phalaris arundinacea
Phleum pratense
Phragmites australis
Poa annua
Poa nemoralis
Poa pratensis
Poa trivialis
Scirpus sylvaticus
Secale cereale
Trisetum flavescens
Triticum aestivum

… können mindestens die vorgestellten acht Gräser-Gattungen aus den drei Familien erkennen.
Inhalte: Acht Gattungen, die mit mehreren häufigen Vertretern in der oben genannten Artenauswahl vorkommen:
Süßgräser (Poaceae): AgrostisBromusFestucaPoa
Sauergräser (Cyperaceae): CarexEleocharis in der Bestimmung (als ein Beispiel, das zeigt, dass die Sauergräser mehr als nur Carex sind)
Binsengewächse (Juncaeae): JuncusLuzula
… haben im Hinterkopf, dass es auch sinnvoll ist, Gräser vegetativ zu erkennen, was jedoch herausfordernd ist.
Inhalte: Vorstellung der vegetativen Merkmale von acht Arten, die auch in einer Prüfung für das → BANU-Zertifikat Gold – Gräser als vegetativ zu erkennen vorgelegt werden könnten; Hinweis darauf, in welchen Situationen es hilfreich ist, das Wissen über die vegetative Erkennung anzuwenden

Systematische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… kennen die taxonomische Einordnung der vorgestellten Gräserarten in Art, Gattung, Familie, Ordnung, Oberrang (Monokotyledonen), Klasse, Reich und können diese mit den wissenschaftlichen Fachbegriffen wiedergeben.
Inhalte: Taxonomische Einordnung basiert auf der Lektion des Kurses → Pflanzen Grundwissen; systematische Einordnung der drei Familien und Gattungen (ausführliche Vorstellung besonders wichtiger Gattungen

Bestimmungskompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… kennen die gängigen Bestimmungshilfen und wissen, wie diese angewendet werden sollten.
Inhalte: Vorstellung der Bestimmungshilfen, Diskussion der Vor- und Nachteile der einzelnen Bestimmungswerke inklusive beispielhafter Bestimmung ausgewählter Gräserarten; eigene Bestimmungsübungen; es werden Grundkenntnisse im Umgang mit dichotomen Bestimmungsschlüsseln vorausgesetzt
… kennen die nötigen Fachbegriffe, um mit den Bestimmungshilfen arbeiten zu können, und haben diese anhand ausgewählter Gräserarten trainiert.
Inhalte: Vorstellung der Fachbegriffe anhand der drei Gräserfamilien, Aufzeigen weiterer übergreifender Merkmale und Fachbegriffe; Übungen und Beobachtungsaufträge zum Trainieren der Verwendung der Fachbegriffe
… sind in der Lage, die wesentlichen Merkmale der drei behandelten Familien zu benennen und Arten korrekt zuzuordnen.
Inhalte: Präsentation der Merkmale und deren aktive Einübung

Biologische & ökologische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… verfügen über Grundkenntnisse zum Lebenszyklus der Gräser und deren Phänologie.
Inhalte: Darstellung der Lebenszyklen und Phänologie, Übungen zum Verfestigen des neuen Wissens
… lernen anhand von Beispielen von Symbiosen zwischen Gräserarten und Tieren die ökologische Bedeutung von Gräsern kennen.
Inhalte: Vorstellung von Symbiosen und ökologischen Anpassungen von Arten an Standortbedingungen, z. B. Ameisen verbreiten Arten der Gattung Luzula im Wald dank des Samenanhängels (Elaiosom), Schwebfliegen nutzen Gräserpollen als Nahrung, parasitäre Pflanzen aus der Familie der Sommerwurzgewächse an Gräsern auf der Wiese
… lernen die biologische Bedeutung in der Lebensgemeinschaft der Lebensräume und die der Nahrungsmittelversorgung der Menschen kennen.
Inhalte: Vorstellung prägnanter Beispiele

Lebensraum- & Verbreitungskenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen die wichtigsten Artengemeinschaften und typischen Pflanzengesellschaften, Standortansprüche und Nutzungen, in denen Gräser von zentraler Bedeutung sind.
Inhalte: Vorstellung der wichtigsten Artengemeinschaften und typischen Pflanzengesellschaften inklusive ihrer Standortansprüche und der Nutzung
… kennen die Funktion als Zeigerart für Standortbedingungen ausgewählter Gräserarten.
Inhalte: Präsentation der rund 50 Gräserarten, Übungen zum Thema

Naturschutzkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… verfügen über grundlegende Kenntnisse der anthropogenen Veränderung von Lebensräumen und der grundsätzlich geeigneten Schutzmaßnahmen.
Inhalte: Vorstellung ausgewählter Beispiele; aktueller Stand der Gefährdung der einzelnen Lebensräume, exemplarische Nennung von Projekten und Bemühungen um den Erhalt der Lebensräume; Eutrophierung von Lebensräumen als zentrale Gefährdung
… verfügen über Grundkenntnisse der naturschutzrechtlichen Bestimmungen zum Betretungsrecht, zum gesetzlichen Schutz und zur Bedeutung von Ausnahmegenehmigungen.
Inhalte: Vorstellung der Bestimmungen; Hinweise darauf, was sie für die Beobachtungspraxis bedeuten

Methodenkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… können mit geeigneten optischen Hilfsmitteln (Handlupe, Binokular) umgehen.
Inhalte: Aufzeigen der Anwendung und des Umgangs, z. B. anhand der Präparierung einer Gräserblüte zur sicheren Bestimmung der Art; der Gräserkurs baut auf den Grundlagen des Kurses „Pflanzen Grundwissen“ auf
… sind in der Lage, ein Herbarium anzulegen.
Inhalte: Vorstellung der nötigen Materialien für das Anlegen eines Herbariums; Ausführungen darüber, wann und warum es sinnvoll ist, ein Herbarium zu erstellen
… kennen die wichtigsten Citizen-Science-Erfassungsportale und sind in der Lage, dort selbst ihre Gräserfunde einzugeben.
Inhalte: Vorstellung verschiedener Melde- und Erfassungsportale, u. a. → NABU-naturgucker-beobachtungen.de

Farne, Schachtelhalme, Bärlappe Aufbauwissen

Artenkenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… erkennen mithilfe interaktiver Übungen und Bestimmungsaufgaben 45 Arten von Häufigkeit oder naturschutzfachlicher Bedeutung.
Inhalte: Liste der ausgewählten Arten, Artporträts

Systematische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… kennen die grundlegenden Fachbegriffe der biologischen Systematik und Taxonomie.
Inhalte: Taxonomische Rangstufen (Reich, Abteilung, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art); binäres Namensgebungssystem
… können Gefäßsporenpflanzen von Moosen und Samenpflanzen abgrenzen und die Entstehung der Großgruppen zeitlich einordnen.
Inhalte: Stellung der Gefäßsporenpflanzen innerhalb des Pflanzenstammbaums; Merkmale Gefäßsporenpflanzen und Unterschiede zu Moosen und Samenpflanzen; Doppelgänger in Gruppen der Moose und Samenpflanzen; Entstehungsgeschichte pflanzlicher Großgruppen
… erkennen 12 wichtige Pflanzenfamilien und deren Unterscheidungsmerkmale.
Inhalte: Familienporträts; Bedeutung und Diversität der jeweiligen Familien
… erkennen 15 wichtige Gattungen und deren Unterscheidungsmerkmale.
Inhalte: Gattungsporträts; Bedeutung und Diversität der jeweiligen Gattungen
… wissen um bedeutende ausgestorbene Familien, Gattungen und Arten.
Inhalte: Ausgestorbene Familien als erste Vertreter der Gefäßsporenpflanzen; Bedeutung der ausgestorbenen Gefäßsporenpflanzen im Karbon

Bestimmungskompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… kennen die gängige Bestimmungsliteratur und Websites für Gefäßsporenpflanzen und üben den Umgang damit.
Inhalte: Rothmaler, Schmeil-Fitschen, Flora vegetativa, Farne, Schachtelhalme und Bärlappe – Der Naturführer zu den Farnpflanzen Mitteleuropas, iFarne, Blumen in Schwaben
… lernen den Umgang mit Bestimmungs-Apps und wissen um deren Limitierung.
Inhalte: Flora incognita, iNaturalist, Pl@ntNet
… kennen die bestimmungsrelevanten Merkmale und deren Terminologie.
Inhalte: Form der Blattspreite, Fiederung der Blattspreite, Form von Sori und Schleier, Spreuschuppen und Behaarung etc.

Biologische & ökologische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen den Generationswechsel der Farnpflanzen und können die verschiedenen Entwicklungsstadien benennen.
Inhalte: Unterscheidung Gametophyt und Sporophyt; Abfolge der Entwicklungsstadien; Isosporie und Heterosporie
… kennen den Aufbau von Farnen, Schachtelhalmen und Bärlappen sowie die Terminologie zur Beschreibung der Merkmale und Merkmalsausprägungen.
Inhalte: Wurzel, Spross, Blatt; Morphologie der Merkmale
… wissen um die verschiedenen Möglichkeiten der Sporenverbreitung.
Inhalte: Verbreitung über Wind und Wasser, Endozoochorie
… kennen verschiedene Formen der vegetativen Vermehrung.
Inhalte: Vegetative Vermehrung über unterirdische und oberirdische Rhizome, Wurzelknospen, Bulbillen etc.
… wissen um die Existenz von Hybriden und kennen deren Entstehung.
Inhalte: Beispiele für Hybriden aus den Farnen, Bärlappen und Schachtelhalmen; Vorgang der Hybridisierung; Artbildung
… kennen tierische Schädlinge sowie die Schutzmechanismen der Farnpflanzen gegen Fraßfeinde.
Inhalte: Chemische Abwehrstoffe, verholzendes Gewebe etc.
… kennen die Bedeutung von Mykorrhizapilzen für bestimmte Farne und Bärlappe.
Inhalte: Symbiose; Einfluss atmosphärischer Stickstoffeinträge auf den Pilz sowie resultierende Gefährdung auf die Pflanze

Lebensraum- & Verbreitungskenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen verschiedene Klassifikationssysteme von Lebensräumen.
Inhalte: EUNIS, FFH-Lebensraumtypen; Pflanzensoziologie
… kennen charakteristische Lebensräume von Gefäßsporenpflanzen.
Inhalte: Vorstellung von „Gefäßsporenpflanzen-Lebensräumen“ wie z. B. Felsspalten und Mauerfugen, Moorwälder, Schlucht- und Hangmischwälder, Auenwälder
… kennen Charakterarten verschiedener Lebensräume und wissen um deren Vergesellschaftung.
Inhalte: Z. B. Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) und Dorniger Schildfarn (Polystichum aculeatum) als kennzeichnende Arten der Schluchtwälder; Nennung weiterer kennzeichnender Arten außerhalb der Gefäßsporenpflanzen
… kennen Standortfaktoren charakteristischer „Gefäßsporenpflanzen-Lebensräume“ und die physiologischen Anpassungen der Arten an diese.
Inhalte: Wiederholung Zeigerwerte; charakteristische Anpassungen: z. B. Zentralhöhle der Schachtelhalme zum Luft- und Wassertransport, zarte Beblätterung an feuchten und schattigen Standorten
… kennen Primär- und Sekundärstandorte verschiedener Arten.
Inhalte: Vorkommen in natürlichen Ökosystemen und spätere Förderung durch den Menschen (z .B. Vierblättriger Kleefarn (Marsilea quadrifolia): Große Flussauen => Schweineweiden)

Naturschutzkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… können den Gefährdungsstatus von Farnen, Schachtelhalmen und Bärlappen mithilfe der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen überprüfen.
Inhalte: Rote Listen auf Länder- und Bundesebene, Gefährdungskategorien
… beachten die rechtlichen Grundlagen für das Betreten von Lebensräumen unter besonderer Berücksichtigung von Schutzgebieten.
Inhalte: Verhaltensregeln zum Betreten von Lebensräumen; Sammelbeschränkung nach Bundesartenschutzverordnung und Verordnung (EG) Nr. 338/97
… kennen die Ursachen für den Rückgang von Gefäßsporenpflanzen.
Inhalte: Landnutzungsänderungen (Aufgabe historischer Landnutzung, Sukzession, Trockenlegung von Feuchtgebieten), atmosphärische Stickstoffeinträge, Klimawandel, Pteridomanie (exzessives Farnsammeln)
… benennen Möglichkeiten zum Erhalt von Gefäßsporenpflanzen.
Inhalte: FFH-Richtlinie; gesetzlich geschützte Biotope; konkrete Schutz- und Fördermaßnahmen: Reduktion von Treibhausgasemissionen, Wiederaufnahme von historischen Landnutzungsformen, Wiedervernässung von Mooren, Kletterverbote etc.
… kennen bedeutende Neophyten sowie heimische invasive Arten, deren Einfluss auf heimische Arten/Lebensräume und Möglichkeiten zur Bekämpfung.
Inhalte: Definition Neophyten; Gefahrenpotenzial; Möglichkeiten der Bekämpfung; gesetzliche Grundlagen; Tipps für den eigenen Garten

Methodenkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… lernen den Umgang mit Lupe und weiterem Bestimmungswerkzeug.
Inhalte: Ausrüstungs- und Anwendungstipps
… können beurteilen, welche Pflanzenexemplare sich optimal zur Bestimmung eignen.
Inhalte: Kriterien (z. B. ausgewachsene, fertile Pflanzen)
… recherchieren Beobachtungsangaben von ausgewählten Pflanzen in ihrer Umgebung auf → NABU-naturgucker-beobachtungen.de und legen eigene Beobachtungsgebiete an.
Inhalte: Datenqualität; Nutzung von NABU-naturgucker-beobachtungen.de
… wissen, wie sie Prothallien und Sporophyten aus eigens geernteten Sporen ziehen können.
Inhalte: Anleitung zur Kultivierung von Farnarten zur Veranschaulichung des Generationswechsels

Moose Grundwissen

Artenkenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… erkennen 30 (25 Laubmoose, 5 Lebermoose) häufige, gut kenntliche Moosarten anhand von Fotos und mithilfe interaktiver Übungen.
Inhalte: Die Arten werden unter Nennung ihrer jeweils typischen Lebensräume bzw. Wuchsorte (Wälder, Gestein, Totholz, Siedlungen, Moor, Heide) vorgestellt; Vorstellung der Arten im Kontext von Systematik, Biologie und Fortpflanzung der Moose

Systematische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… kennen die Evolution der Moose und ihre systematische Stellung im Pflanzenreich.
Inhalte: Unterschiede zwischen Moosen und Gefäßpflanzen; Moosen und Algen; Moosen und Flechten
… benennen wichtige Merkmale der Großgruppen der Moose.
Inhalte: Kennzeichen von akrokarpen und pleurokarpen Laubmoosen, Torfmoosen, thallösen und beblätterten Lebermoosen, Hornmoosen
… können etwa 10 Taxa der Laubmoose (Familien, Verbände, Klassen) anhand wichtiger Merkmale unterscheiden und diesen in interaktiven Übungen typische Vertreter (Moosarten) zuordnen.
Inhalte: Vorstellung bedeutender Familien mit einem Fokus auf den Laubmoosen unter Berücksichtigung wichtiger morphologischer Merkmale und unter Nennung repräsentativer Arten

Bestimmungskompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… können wichtige Merkmale der Großgruppen der Moose benennen.
Inhalte: Kennzeichen von akrokarpen und pleurokarpen Laubmoosen, Torfmoosen,  thallösen und beblätterten Lebermoosen, Hornmoosen
… können ausgewählte Moosarten anhand von Fotos sicher und begründet in die Großgruppen der Moose einordnen.
Inhalte: Kennzeichen von akrokarpen und pleurokarpen Laubmoosen, Torfmoosen,  thallösen und beblätterten Lebermoosen, Hornmoosen
… nutzen bei der Bestimmung von Moosen verschiedene Bestimmungshilfen (dichotome Schlüssel, Bestimmungs-Apps und/oder Bildtafeln).
Inhalte: Chancen und Risiken der jeweiligen Bestimmungsart; Prinzip eines dichotomen Bestimmungsschlüssels
… kennen Merkmale der Moose, die für eine erfolgreiche Bestimmung notwendig sind.
Inhalte: Merkmale von Moosen und die Relevanz dieser, um Moose einer Großgruppe, Familie, Gattung oder Art zuzuordnen

Biologische & ökologische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… erkennen den typischen Aufbau eines Laubmooses, eines Lebermooses und eines Hornmooses und benennen wichtige Merkmale unter Verwendung einschlägiger Fachbegriffe.
Inhalte: Aufbau einer Moospflanze; Unterscheidung von Gametophyt und Sporophyt bei Laubmoosen, Lebermoosen und Hornmoosen
… können den Generationswechsel von Moosen beschreiben und relevante Fachbegriffe richtig zuordnen.
Inhalte: Vorstellung des heteromorphen und heterophasischen Generationswechsels von Moosen
… können typische Fortpflanzungsstrategien von Moosen benennen.
Inhalte: Sexueller und asexuelle Fortpflanzung; Relevanz dieser in der Adaptation an unterschiedliche Lebensräume/Lebensstrategien; Nennung und Vorstellung von Arten, die die jeweilige Strategie nutzen; Geschlechtsverteilungen bei Moosen
… erkennen (bestimmungsrelevante) Merkmale am Sporophyten eines Laubmooses.
Inhalte: Aufbau des Sporophyts beim Laubmoos; Bedeutung von Peristom, Kalyptra und Co.
… können Strategien von Moosen hinsichtlich Wasser- und Stofftransport sowie Photosyntheseleistung benennen, die sie von Gefäßpflanzen unterscheiden.
Inhalte: Aufbau von Moosen; Physiologie; Bedeutung der Austrocknungstoleranz und deren Konsequenz
… sind sich der Relevanz von Moosen in Stoffkreisläufen, als Nahrung und als Lebensraum für Kleinstlebewesen bewusst.
Inhalte: Moose als Speicher von Wasser, Nährstoffen; Moose als Nahrung von z. B. Dornschrecken (Tetrix spp.); Besonderheiten von Torfmoosen im Hochmoor

Lebensraum- & Verbreitungskenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… erkennen typische (Sonder-)Standorte von Moosen und können charakteristische Moosarten dieser benennen.
Inhalte: Wuchsorte von Moosen in Wäldern: Gestein (sauer, basisch), Totholz, Erdblößen und Böschungen, Baumstämmen (Epiphyten); Wuchsorte von Moosen in Siedlungen: Mauern, Rasenflächen, Fugen; Moose in Hochmooren und ihren Randbereichen; Moose in Heiden
… analysieren die jeweiligen Standortparameter und ihre Bedeutung für dort wachsende Moose und erkennen in der Morphologie der Moose typische Anpassungen an den Standort.
Inhalte: Morphologische Merkmale von Moosen und ihre Bedeutung für den Konkurrenzerfolg (Glashaare, kurze/lange Seten, Wuchsform der Moose, Lebensstrategie)

Naturschutzkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… beachten die rechtlichen Vorgaben für das Betreten von Lebensräumen im Allgemeinen und von Schutzgebieten im Besonderen.
Inhalte: Informationen zum Wegegebot in Schutzgebieten; Hinweise auf störungsarme Naturbeobachtung
… beachten die rechtlichen Vorgaben für das Sammeln von Moosen und kennen alternative Methoden zur nachweisbasierten Kartierung.
Inhalte: Vorstellung relevanter und besonders und/oder streng  geschützter Moosarten (Torfmoose, Leucobryum); Erklärung, wie Fotos so angefertigt werden können, dass Arten gut erkennbar sind
… benennen Gründe für den Rückgang bzw. die Ausbreitung bestimmter Moosarten und bewerten Schutzmaßnahmen für Moose.
Inhalte: Saurer Regen; Stickstoff; Lebensraumveränderungen (z. B. Hochmoor); Klettersport

Methodenkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… analysieren den Zustand von Moosen im Gelände und nutzen geeignete Hilfsmittel, um bestimmungsrelevante Merkmale sichtbar zu machen (Befeuchtung, Trocknung, Lupe, Entnahme von Material).
Inhalte: Ausrüstungs- und Anwendungstipps
… verwenden Lupen fachgerecht und wissen um die unterschiedlichen Qualitäten dieser Hilfsmittel (Vergrößerung, ggf. Beleuchtung).
Inhalte: Ausrüstungs- und Anwendungstipps
… sammeln und herbarisieren Moose unter Berücksichtigung wichtiger Angaben (Ort, Datum, Substrat etc.).
Inhalte: Anleitung zum Herbarisieren; Anleitung zum Falten geeigneter Herbartaschen aus DIN-A4-Blättern
… fotografieren Moose so, dass wichtige Merkmale erkannt werden können und nutzen hierzu ggf. eine Lupe.
Inhalte: Anleitung zur Nutzung von Smartphone und/oder Kamera + Lupe; Hinweise auf wichtige morphologische Merkmale
… beurteilen, bei welchen Taxa eine mikroskopische Bestimmung unabdingbar ist und klassifizieren ihre Funde dementsprechend.
Inhalte: Morphologie der Moose; bestimmungsrelevante Merkmale


Das Projekt NABU|naturgucker-Akademie wird gefördert im → Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Bundesprogramms Biologische Vielfalt wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.

Bildquellen
Pflanzen Grundwissen (c) Helene Germer/NABU-naturgucker.de; Farne, Schachtelhalme, Bärlappe Aufbauwissen (c) Kirstin Salzgeber/NABU-naturgucker.de; Gräser Aufbauwissen (c) Stella Mielke/NABU-naturgucker.de; Moose Grundwissen (c) Sonja Klein/NABU-naturgucker.de