Land: Deutschland
Termin: 17.06.2026 bis 21.06.2026 (5 Tage)
Referent: → Frederik Rothe
Teilnehmende: min. 6, max. 12
Veranstalter: NABU|naturgucker-Reisen
Zielarten dieser Praxistage
Rote Schneckenhausbiene (Osmia andrenoides), Punktierte Wollbiene (Anthidium punctatum), Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata), Langhornbienen (Eucera sp.) sowie weitere spannende Insekten- und Pflanzenarten, darunter die Honigwespe (Celonites abbreviatus) oder der Matte Pillenwälzer (Sisyphus schaefferi)
In Sachsen-Anhalt wird die Natur in drei UNESCO-Biosphärenreservaten, zahlreichen Naturparks, dem Nationalpark Harz und 200 Naturschutzgebieten geschützt. Während dieser Praxistage erkunden wir vor allem den Burgenlandkreis, ausgehend von Freyburg. Landschaftlich ist die Region von Muschelkalkhängen, bewaldeter Hügellandschaft, dem Flusstal der Unstrut und einer tausendährigen Weinbautradition geprägt. Dort sind seltene Pflanzen- und bedrohte Tierarten zu finden.
Von den rund 600 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten sind 422 in Sachsen-Anhalt nachgewiesen. 183 von ihnen werden in der Roten Liste des Landes aufgeführt, davon gelten 31 als vom Aussterben bedroht und 56 als stark gefährdet.
Südlich von Freyburg liegt das Naturschutzgebiet „Tote Täler”, das für seine wertvollen Trocken- und Halbtrockenrasen sowie seine naturnahen Waldgesellschaften geschätzt wird. Überregional bekannt sind die Orchideenvorkommen. In dieser Gegend konnte zudem die sehr seltene Bitterkraut-Wespenbiene (Nomada pleurosticta) wiedergefunden werden.
Das Naturschutzgebiet Göttersitz bei Bad Kösen westlich von Naumburg (Saale) umfasst ein Muschelkalkgebiet mit Felsfluren, Trocken- und Halbtrockenrasen sowie naturnahen Laubwaldbeständen. Dort wurde 2019 erstmals seit rund 100 Jahren wieder die Ehrenpreis-Wespenbiene (Nomada atroscutellaris) beobachtet.
Eine ganz andere Landschaft erwartet uns bei Teutschenthal. Schon von weitem fällt die Kalihalde auf. In ihrer Nähe hat sich durch Soleausstritte ein besonderes Geotop mit einer vielfältigen Salzflora entwickelt. Bei Teutschenthal wurde die aus Südosteuropa einwandernde und erstmals 2017 in Deutschland nachgewiesene Stängel-Löcherbiene (Heriades rubicola) gefunden.
Zum noch tieferen Einstieg in die Wildbienen – vor oder nach den Praxistagen – eignen sich die kostenlosen Online-Lernangebote → Hautflügler Grundwissen und → Wildbienen Aufbauwissen (verfügbar ab 03/2026) der NABU|naturgucker-Akademie. Die Beschäftigung mit den Kursen ist keine Voraussetzung für die Teilnahme an diesen Praxistagen. Elemente der Lernangebote sind zudem Teil der Exkursionen und abendlichen Besprechungen.
Programm
1. Tag: Anreise und Kennenlernen der (Arten-)Gruppe
Nach der Begrüßung der Gruppe und dem Kennenlernen der Teilnehmenden um 15 Uhr begeben wir uns direkt auf einen ersten Entdeckungsspaziergang. Dabei können wir die Umgebung erkunden und schon erste unbekannte Arten entdecken.
Am Abend erhalten die Teilnehmenden bei einem Vortrag einen grundlegenden Einstieg in die Artengruppe der Wildbienen. Da diese sehr komplex ist, wird in den folgenden Tagen in kurzeren Einzelvorträgen genauer auf die Familien und Arten eingegangen. Heute werden erste Bestimmungsmerkmale von Wildbienenfamilien und -gattungen sowie allgemeine Informationen zu ihrem Lebensraum erklärt. Es werden zudem verschiedene Bestimmungshilfen vorgestellt.
2. Tag: Der schwierige Einstieg? Nur mit emsiger Begeisterung!
Wir knüpfen am zweiten Tag an den Vortrag vom Vorabend an. Es werden die Biologie und Ökologie der Wildbienen erörtert, offene Fragen geklärt und die Bestimmungsmerkmale zur Festigung wiederholt. Darüber hinaus geht es um die ersten Wildbienenfamilien mit ihren Merkmalen und den zugehörigen Arten. Später am Vormittag begeben wir uns auf eine Exkursion ins → Naturschutzgebiet „Tote Täler“. Dort sollen die gelernten Merkmale an lebenden Wildbienen betrachtet und die Artbestimmung geübt werden.
Abendliche Bestimmungsübungen, gemeinsamer Ausklang oder Austausch werden uns die meisten Tage begleiten. Es besteht die Möglichkeit, anhand von Präparaten, Fotos und Abbildungen selbstständig weiterzulernen.
3. Tag: Bestimmungstag und göttliche Entdeckungen
In einem weiteren Vortrag am Morgen werden weitere markante Wildbienenfamilien vorgestellt. Der Fokus des Tages liegt auf der praktischen Bestimmungsarbeit. In Wiederholungen werden zudem die wichtigsten Bestimmungsmerkmale gefestigt und offene Fragen geklärt. Anschließend wollen wir bei der nächsten Exkursion zum → Naturschutzgebiet Göttersitz einzelne Methoden zur Artbestimmung im Feld anwenden, vor allem bei der Gattung der Hummeln (Bombus) und auf Gattungsebene bei weiteren Wildbienen. Jede*r kann die ihm/ihr zusagenden Methoden üben und sich so Schritt für Schritt mehr Sicherheit in der Artbestimmung aneignen.
4. Tag: Ausflug zu einem besonderen Exkursionsort
Unser Tag beginnt mit einer Exkursion in einen besonderen Lebensraum, in dem eine hohe Vielfalt an Wildbienen zu erwarten ist – darunter vielleicht auch einige besondere Arten. Vor Ort werden Beobachtungen gemacht, Merkmale direkt an lebenden Tieren betrachtet und die Bestimmung unter natürlichen Bedingungen geübt. Nach einer Mittagspause im Freien vertiefen wir die gewonnenen Eindrücke und lernen weitere Arten kennen. Den Abschluss des abendlichen Teils bildet ein gemeinsamer Austausch, bei dem wir das Erlebte Revue passieren lassen, Präparate betrachten und Fotos sowie Abbildungen der Arten der vergangenen Tage nachbereiten und gegebenenfalls nachbestimmen können.
5. Tag: Abschluss und Abreise
Der letzte Tag startet mit einem gemeinsamen Frühstück, bei dem wir die Beobachtungen und Erfahrungen dieser Praxistage beleuchten. Anschließend steht um 13 Uhr die Abreise an – mit hoffentlich so einigen erlernten Wildbienenkenntnissen im Handgepäck. Individuelle Rückreise.
Artimpressionen
Preise pro Person
Grundpreis im Doppelzimmer: 925 €
Zuschlag für Einzelzimmer: 148 €
Nachlass bei Buchung der Praxistage ohne Unterkunft,
aber mit Frühstück und Abendessen: 125 €
An-/Abreisemöglichkeiten
Klimaschonende Bahnanreise (∅ Klimawirkung: 22 kg CO2)*: ab etwa 100 €
Pkw-Anreise (∅ Klimawirkung: 132 kg CO2)*
* Durchschnittlicher Wert ab/bis Frankfurt am Main, die realen Werte variieren abhängig vom individuellen An-/Abreiseort.
Nachlässe auf Grundpreis
Mitglieder des NABU: 3 %
Registrierte Nutzer*innen des Meldeportals von NABU|naturgucker/der NABU|naturgucker-Akademie: 3 %
Aktive Beobachter*innen mit min. 250 Beobachtungen auf dem Meldeportal von NABU|naturgucker: 4,5 %
Es kann pro Person jeweils nur einer der drei zuvor genannten Preisnachlässe in Anspruch genommen werden. Sie sind mit dem weiter oben genannten Preisnachlass bei Buchung der Praxistage ohne Unterkunft, aber mit Frühstück und Abendessen kombinierbar.
Leistungen
- Übernachtungen (wenn gebucht)
- Frühstück und Lunchpaket
- Alle Exkursionen und Transfers gemäß Programm mit ÖPNV und Großraumtaxi
- Kursleitung
- Reduktion des CO2-Fußabdruckes gemäß → ökologischer Verpflichtungserklärung
Nicht eingeschlossene Leistungen
- An-/Abreise nach/von Freyburg
- Übrige Mahlzeiten
- Getränke
- Trinkgelder
- Persönliche Ausgaben
Hinweise
Die Mindestanzahl der Teilnehmenden muss bis 4 Wochen vor Beginn der Praxistage erreicht sein.
Die Programmpunkte werden von uns bei Bedarf den lokalen Bedingungen angepasst.
Veranstalter dieser Praxistage ist NABU|naturgucker-Reisen der → NABU|naturgucker geG. Es gelten die folgenden → Reisebedingungen. Hier finden Sie die Angaben zum → Datenschutz.
Die mit NABU|naturgucker-Reisen erwirtschafteten Erträge dienen ausschließlich gemeinnützigen Zwecken.

















