Startseite » Akademie » Artenwissen-Kurse » Säugetiere

Säugetiere

Hermelin (Mustela erminea), (c) Ronny Schuster/NABU-naturgucker.de

Säugetiere Grundwissen

12 Lernstunden
Autor*innen: Michael Hilgert und Thalia Jentke

Gewöhnliche Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus), (c) Christian Stepf/NABU-naturgucker.de

KNAK: Fledermäuse Grundwissen*

12 Lernstunden; verfügbar 07/2026
Autor: Ivo Niermann

Säugetiere haben eine sehr spannende evolutionäre Entwicklung durchlaufen und sich erfolgreich an eine Vielzahl höchst unterschiedlicher Lebensräume angepasst. Sie bewohnen das Land, das Wasser und einige können sogar fliegen. Andere wiederum wurden vom Menschen domestiziert, was eine Anpassung an weitere, künstlich geschaffene Bedingungen bedeutet.

In ihrem natürlichen Lebensraum sind Säugetiere jedoch oft scheu und hinterlassen nur indirekte Hinweise in Form von Spuren. Oder sie sind nachtaktiv und entziehen sich so weitgehend unseren Blicken. So ist es nicht immer einfach, Säugetiere zu entdecken.

Dabei lohnt es sich, sich mit diesen Tieren zu beschäftigen, denn sie sind wichtige Bestandteile unseres Ökosystems. Die NABU|naturgucker-Akademie bietet einen Online-Kurs zur Einführung in diese Artengruppe an. Er beschäftigt sich mit der Entwicklungsgeschichte und den raffinierten Anpassungsmechanismen der Säugetiere, analysiert die Faktoren, die ihre Bestände gefährden oder fördern und zeigt Möglichkeiten für einen naturverträglichen Umgang mit diesen Tieren auf. In Zukunft wird es auch einen Kurs über Fledermäuse geben. Er wird im Rahmen des Projektes → Kompetenznetzwerk Artenkenntnis Niedersachsen (KNAK) erstellt, bei dem NABU|naturgucker Partner ist.

Alle genannten Lerninhalte stehen kostenlos online zur Verfügung.

Das vermitteln die Kurse

Säugetiere Grundwissen
Icon Kurs Säugetiere Grundwissen

Artenkenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… erkennen mithilfe von Artporträts und interaktiven Übungen 20 verschiedene in Deutschland vorkommende Säugetierarten aus 6 unterschiedlichen Gruppen anhand morphologischer Kennzeichen und Spuren.
Inhalte: Liste ausgewählter Säugetierarten; Artporträts
… unterscheiden bei ausgewählten Arten die Männchen von den Weibchen, indem sie verschiedene Säugetierindividuen vergleichend betrachten.
Inhalte: Geschlechtsdimorphismus; innerartliche Variabilität und Konstanz morphologischer Merkmale

Systematische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… definieren grundlegende Fachbegriffe der biologischen Systematik und Taxonomie.
Inhalte: Taxonomische Rangstufen (Reich, Abteilung/Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art und Population); Problematiken der Taxonomie; biologischer und morphologischer Artbegriff; binominale Nomenklatur
… vergleichen Merkmale unterschiedlicher Säugetierklassen, um die systematische Stellung der Säugetiere im Stammbaum der Wirbeltiere abzuleiten. Sie unterscheiden zwischen evolutionären, morphologischen und ökologischen Ähnlichkeiten.
Inhalte: Stammbaumaufbau und Interpretation; Kennzeichen der Ordnungen und Verwandtschaftsbeziehungen

Bestimmungskompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… Identifizieren mithilfe interaktiver Übungen unter freilandähnlichen Bedingungen bestimmungsrelevante Merkmale an ihnen unbekannten Säugetierarten.
Inhalte: Bestimmungsrelevante Merkmale je nach Artengruppe; Beobachtungsübungen; Fährtenlesen
… setzen einfache analoge und digitale Bestimmungshilfen bei bekannten und unbekannten Säugetierarten ein und lernen Möglichkeiten kennen, ihr Ergebnis zu validieren.
Inhalte: Gebrauch von Bestimmungshilfen: Bestimmungsbuch mit Bildern, Apps mit Multikriterienschlüsseln, polytomen Schlüsseln (Bestimmungspfade); Validieren von Ergebnissen durch Nutzung von Foren bzw. automatisiertem Feedback

Biologische & ökologische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… erkennen morphologische und anatomische Besonderheiten der Säugetiergruppen in Anpassung an die jeweiligen Habitate und Lebensweisen (Wasser, Luft, Land).
… erkennen Arten/Gruppen anhand von Schädelmerkmalen und können diese Merkmale interpretieren sowie Lebensweisen zuordnen.
Inhalte: Lebensweise und Habitat mit den relevanten Merkmalen in Verbindung bringen
… lernen besondere Verhaltensweisen (z. B. Winterschlaf/Winterruhe, Migration, Brunft) an ausgewählten Tierarten kennen.
Inhalte: Brunftzeit; Zusammensetzung von Rudeln; Jagdverhalten bei Raubtieren; Torpor
… kennen verschiedene Neozoen-Arten in Deutschland sowie deren Herkunft und lernen deren verschiedene Einflüsse auf die heimische Fauna und Flora kennen. Sie verstehen die Gefahr, die durch das Einführen neuer Arten aufkommen kann, lernen aber auch über die Etablierung eingeführter Arten (z. B. Feldhase, der nach der letzten Eiszeit nach Mitteleuropa einwanderte).
Inhalte: Neozoen (Bisam, Nutria, Mink, Marderhund, Waschbär) als potenzielle Gefahr für heimische Flora und Fauna; alte ehemalige Neozoen in der Fauna Deutschlands (Feldhase, Wildkaninchen)
… interpretieren die erfolgreiche und nicht erfolgreiche Rückkehr verschiedener Großsäuger.
Inhalte: Rückkehr der Wölfe; warum der Bär hierzulande keine Zukunft hat; Wisent in Deutschland?
… verstehen die Geschichte der Domestizierung von Wildtieren
Inhalte: Haustiere; Nutztiere; Wild

Lebensraum- & Verbreitungskenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… verstehen, analysieren und interpretieren unter Verwendung der Fachbegriffe ökologische Zusammenhänge am Beispiel verschiedener typischer Lebensräume.
Inhalte: Ökologie-Grundlagen (Vielfalt, WWK); ökologische Nische (r- und k-Strategen); Habitat, Biotop
… kennen typische Lebensräume der Säugetiergruppen und deuten, analysieren und interpretieren verschiedene Landschaftselemente im Zusammenhang mit räumlichem und zeitlichem Vorkommen verschiedener Arten.
Inhalte: Lebensräume und deren Kompartimentierung für Tiere; Höhenzug und lokale Verbreitung

Naturschutzkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… beachten die rechtlichen Vorgaben für das Betreten von Lebensräumen im Allgemeinen und von Schutzgebieten im Besonderen.
Inhalte: Aufbereitete Informationen zum Lebensraumschutz gemäß Bestimmungen in der groben Übersicht (z. B. Wegegebot in Nationalparks)
… kennen den Umgang mit lebenden und toten Tieren und Tiermaterial (Schädel, Knochen, Geweih, Losung).
Inhalte: Richtlinien auf Lebensraumflächen; Besitzgesetz, wem gehört z. B. das Geweih im Wald; Parasiten als Gefahr für Menschen und der Umgang mit Tiermaterial
… kennen Gründe für den Rückgang vieler Arten und bewerten Schutzmaßnahmen.
Inhalte: Lebensraumverlust; illegaler Abschuss; Intensivierung; Krankheiten; Neozoen; Luchs, Wolf, Bär, Wisent als ursprünglich typische deutsche Arten und deren Zukunft in der Kulturlandschaft Deutschlands

Methodenkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… nutzen das → Meldeportal von NABU|naturgucker, um besonders interessante Beobachtungsgebiete in ihrer Umgebung zu finden und legen eigene Beobachtungsgebiete an.
Inhalte: Nutzung des Meldeportals von NABU|naturgucker
… beobachten Wirbeltiere und deren Verhalten und dokumentieren ihre eigenen Beobachtungen auf dem Meldeportal von NABU|naturgucker.
Inhalte: Datenqualität; Methoden der Dokumentation und Sicherung im Meldesystem

Fledermäuse Grundwissen

Artenkenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… wissen, wie viele Fledermausarten es weltweit, in Europa und in Deutschland gibt.
Inhalte: Zahlen und Abbildungen zur Verteilung der Arten weltweit; je näher zum Äquator, desto mehr Arten
… lernen die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Fledermausarten kennen.
Inhalte: Artporträts der ca. 10 häufigsten Arten

Systematische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… können Fledermäuse hinsichtlich ihrer Systematik grob einsortieren.
Inhalte: Fledertiere sind eine Ordnung der Säugetiere; mit den Insektenfressern verwandt; Unterscheidung Unterordnung Yinpterochiroptera vs. Yangochiroptera etc.
… können die für Deutschland relevanten Fledermausfamilien (Rhinolophidae, Vespertilionidae und Miniopteridae) unterscheiden.
Inhalte: Fotos mit relevanten Merkmalen; Hinweise darauf, welche Arten in welchen Familien zu finden sind

Bestimmungskompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …

… wissen, welche morphologischen Parameter für eine Bestimmung von Fledermäusen relevant sind.
Inhalte: Kennenlernen der bestimmungsrelevanten Kennzeichen (Unterarmlänge, V. Finger, Form und Länge des Tragus, Länge und Form der Ohren, Form des Sporns, Steg, Epiblema etc.)
… können eine Reihe von Fledermausarten (die einfachen) anhand ihren Rufsequenzen bestimmen.
Inhalte: Ultraschallrufe: Definition, Grundtypen, Funktion, Variabilität; Vorstellung verschiedener Detektorprinzipien; exemplarische Rufdateien

Biologische & ökologische Kenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… sind mit Nahrungsökologie verschiedener Fledermausarten vertraut.
Inhalte: Arten anderer Weltgegenden (Blüten, Fisch, Frösche, Früchte, Blut); Teich- und Wasserfledermäuse mit gelegentlichem Beifang; in Deutschland vorkommende Arten sind Insektenfresser
… wissen allgemein um die ökologische Nische der nächtlichen Insektenfresser.
Inhalte: Vorteile der nächtlichen Lebensweise: Erschließung einer ungenutzten Ressource – Jagd auf die nachtaktiven Insekten/Kerbtiere, geringer Feinddruck; Nachteile der nächtlichen Lebensweise: Voraussetzung ist die Entwicklung der Ultraschallortung, keine Thermik, hoher Energieverbrauch; Reaktion der Beute auf Ultraschallrufe
… kennen die Anforderungen der Fledermäuse an ihre Quartiere.
Inhalte: Funktion der Quartiere: Schutz vor Feinden und Störungen, mikroklimatisch günstig; Unterscheidung Baum- und Hausquartiere; richtige Anzahl und räumliche Verteilung der Quartiere, richtige Temperatur im Quartier, 
Unterscheidung Sommer-, Winter-, Zwischen- und Paarungsquartiere
… kennen das individuelle Alter der Fledermäuse.
Inhalte: Fledermäuse werden ungefähr 10x so alt, wie man es von vergleichbar großen Tieren erwarten würde; Höchstalter; Ausbildung von Traditionen möglich; Winterschlaf nicht der Grund für ein hohes Alter
… sind mit der Phänologie der Fledermäuse vertraut.
Inhalte: Tagesablauf, Jahreszyklus; getrennte Betrachtung von Männchen und Weibchen
… haben Kenntnisse über die Reproduktion der Fledermäuse.
Inhalte: Balzrufe, Paarungssystem, Wochenstuben => eng mit Phänologie verknüpft; Fledermäuse als klassische k-Strategen
… kennen die Hintergründe der Überwinterung der Fledermäuse.
Inhalte: Strategie zur Überdauerung der insektenarmen Wintermonate; Vergleich von Herzschlag und Atemfrequenz während des Winterschlafs vs. Ruhe- bzw. Flugphasen, reduzierter Energieverbrauch

Lebensraumkenntnisse

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… wissen um die Bedeutung von Wäldern für Fledermäuse.
Inhalte: Fast alle Fledermausarten verbringen einen Teil ihres Lebens im Wald, viele Arten sind auf den Wald angewiesen (Bechsteinfledermaus, Mopsfledermaus); wichtiges Quartiergebiet, wichtiges (saisonales) Jagdgebiet
… sind vertraut mit der Bedeutung von Siedlungen für Fledermäuse.
Inhalte: Siedlungen als wichtige Quartiergebiete für „Hausfledermäuse“
… können die Bedeutung von Gewässern für Fledermäuse einordnen.
Inhalte: Gewässer als beliebte Jagdlebensräume vieler Fledermausarten, da dort eine ganze Reihe von Insekten schlüpfen (z. T. in Massen) 
… verfügen über Kenntnisse über die Bedeutung verbindender/linearer Lebensräume für Fledermäuse.
Inhalte: Hecken, Allen, Bäche als wichtige Lebensraumelemente, die Quartiergebiete und Jagdlebensräume miteinander verbinden; gute lineare Verbindungselemente erlauben den Tieren, sicher von A nach B zu kommen bzw. früher das Quartier zu verlassen
… kennen die Bedeutung von Winterquartieren für Fledermäuse.
Inhalte: Alte Keller, Brücken, Stollen, Höhlen, Felsspalten, außer Betrieb befindliche Tunnel etc.; Verständnis für Verschlüsse wecken

Naturschutzkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… wissen um die Gefährdungen der Fledermäuse.
Inhalte: Intensive Land- und Forstwirtschaft, natürliche Feinde, Straßenverkehr, Windenergie, Quartiermangel (Renovierungen)
… können die Bedeutung des Schutzes von Quartieren einordnen.
Inhalte: Kennzeichen von Quartieren: Störungsarmut, Erreichbarkeit des Einflugs (Licht), Lage im Raum, und v. a. das richtige Klima im Quartier
… verwenden Fledermausdetektoren, um (Balz-)Quartiere zu finden.
Inhalte: Finden eines Quartiers mithilfe eines Detektors: Zurückverfolgen der Arten, morgendliches Schwärmen, Ausflugsbeobachtungen, Balzrufe
… wissen, was konkret getan werden kann, um den Fledermäusen zu helfen.
Inhalte: Engagement in Naturschutzvereinen, Nistkästen, Nutzung von Meldeplattformen („Arten brauchen Daten“), Quartiere, Fledermauskästen, Gärten
… können ihre Naturschutzkenntnisse im Hinblick auf den geplanten Bau einer Straße etc. anwenden.
Inhalte: Ermittlung von Lebensraumfunktionen in der Landschaft und Abschätzung der möglichen Folgen, z. B. beim Bau einer Straße, von Windenergieanlagen etc.; Biologie der Arten in Zusammenhang mit der erwarteten Projektwirkung ergibt die potenzielle Gefährdung

Methodenkompetenz

Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… können am Ende des Kurses einen Bat-Detektor anwenden und Rufe, die sie gehört haben, beschreiben und die einfachen Arten bestimmen.
Inhalte: Einsatz eines Fledermausdetektors
… können ihre Fledermausbeobachtungen strukturiert erfassen und auf Meldeportalen dokumentieren.
Inhalte: Nutzung von Meldeportalen; Datenvalidierung
… sind vertraut mit dem Einsatz von Bestimmungsliteratur.
Inhalte: Bestimmungsbücher


Das Projekt NABU|naturgucker-Akademie wird gefördert im → Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Das mit * gekennzeichnete Thema wird außerhalb des durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderten Projekts realisiert.

Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Bundesprogramms Biologische Vielfalt wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.

Bildquellen
Säugetiere Grundwissen (c) Ronny Schuster/NABU-naturgucker.de; KNAK Fledermäuse Grundwissen (c) Christian Stepf/NABU-naturgucker.de