
Chios: Orchideen vor der türkischen Küste
Chios ist die fünftgrößte Insel Griechenlands und die zehntgrößte im Mittelmeer. Sie liegt direkt vor der türkischen Küste und auf Höhe der Stadt Izmir. Bis heute ist das Eiland recht ursprünglich und touristisch weniger erschlossen als andere Inseln in der Ägäis. Naturbegeisterte schätzen sie wegen ihrer Vielzahl an mediterranen und kleinasiatischen Pflanzen- und Insektenarten.
Im Norden erheben sich die Gipfel zweier Bergmassive mit bis zu 1 297 Metern Höhe. Dort wachsen Wälder mit Kiefern, Platanen und Zypressen sowie Kräuter. Hügelig und deutlich flacher ist der Süden der Insel. Während im Norden die Weidenutzung überwiegt, wird der Süden landwirtschaftlich intensiver genutzt. Bekannt ist die Produktion des Naturharzes Mastix aus den immergrünen Mastixsträuchern – es wird „Tränen von Chios“ genannt.
Insgesamt sind bislang 92 Orchideen-Taxa auf Chios nachgewiesen worden, von denen mehrere Taxa neu beschrieben und zwei Ragwurze auf der Insel endemisch sind. Weitere Ragwurze gedeihen nur auf wenigen Inseln der Ägäis oder in Kleinasien, so dass wir mit vielen Seltenheiten rechnen können. Dies gilt auch für die Welt der Schmetterlinge, aus der beispielsweise Arten aus der Gruppe des Mittelmeer-Waldportiers nur auf Chios vorkommen.
Reiseleitung: → Dr. Alexander Wirth
Teilnehmende: min. 5, max. 12
Bildquelle
Das Mastix-Dort Olimpi, (c) Stefan Munzinger