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Zeitliches Auftreten (Phänologie) in Artporträts und Porträts der Lebensraumtypen

Wichtiger Hinweis

Bitte beachten Sie: Anfang Juli 2026 haben wir unser Meldeportal überarbeitet. Die Hilfetexte werden zurzeit von uns angepasst, teils zeigen und beschreiben sie noch die alte Version unseres Meldeportals.

Bei den weiter unten gezeigten Abbildungen handelt es sich um Bildschirmfotos (Screenshots). Eine Bedienung des Meldeportals ist darüber nicht möglich. Um die auf dieser Seite erläuterten Details selbst umzusetzen, rufen Sie bitte an einem Desktop-Gerät (PC, Mac, Laptop) NABU-naturgucker-beobachtungen.de auf.

Wer sich mit der Natur beschäftigt, begegnet wahrscheinlich irgendwann dem Begriff Phänologie. Sie befasst sich mit den im Jahresverlauf regelmäßig wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen der Natur. In Bezug auf Pflanzen, Tiere und Pilze wird deshalb häufig von der Phänologie einer Art gesprochen, wenn es darum geht, ihr jahreszeitliches Auftreten zu beschreiben. In den Porträts der Lebensraumtypen sind die phänologischen Informationen dagegen kaum aussagekräftig, weil Lebensraumtypen in der Regel nicht saisonabhängig auftreten.

Auf dem → Meldeportal von NABU|naturgucker lassen sich in den jeweiligen Porträts neben weiteren Informationen auch Angaben zur Phänologie von Arten, Gattungen und anderen taxonomischen Einheiten abrufen. Hierfür genügt ein Klick auf den Button „Phänologie“.

Die Diagramme basieren auf den Beobachtungsdaten, die Aktive bisher auf unserem Meldeportal dokumentiert haben. Wer eigene Beobachtungen meldet, beteiligt sich somit an der Erfassung phänologischer Erscheinungen, betreibt aktiv sogenannte Phänometrie und trägt dazu bei, dass die Darstellungen der Phänologiedaten auf dem Meldeportal immer umfangreicher und genauer werden.

Da nahezu alle auf dem Meldeportal verfügbaren Beobachtungsdaten öffentlich sichtbar sind, können auch die daraus abgeleiteten Phänologiediagramme ohne Einschränkungen betrachtet werden. Allerdings gibt es einige Beobachtungsdaten, die aus fachlichen Gründen nicht in den Diagrammen angezeigt werden. Dazu gehören Beobachtungsdaten, zu denen → spezielle Kommentare vorliegen, die ausschließlich vom Administrations-Team von NABU|naturgucker verfasst werden können. Dabei handelt es sich um Kommentare, die darauf hinweisen, dass eine Beobachtung als extrem unwahrscheinlich eingestuft wird.

Tipp: Wenn Sie in einem Phänologiediagramm ausschließlich Ihre eigenen Fundtermine der Art oder des Lebensraumtyps sehen möchten, klicken Sie oben rechts auf der Seite auf Ihr Profilbild bzw. das Platzhalterbild. Das Anklicken des Profilbildes aktiviert die Filterfunktion „Nur eigene Daten“, siehe → Erklärung. Durch einen erneuten Klick auf Ihr Profilbild setzen Sie die Anzeige zurück und es werden wieder sämtliche auf dem Meldeportal veröffentlichten Funddaten der Art in den Diagrammen angezeigt.

Rund um die Phänologiediagramme stehen verschiedene Funktionen und Darstellungsoptionen zur Verfügung, die dabei helfen, mehr über das zeitliche Auftreten der Arten zu erfahren. Diese Möglichkeiten werden im Folgenden vorgestellt.

Phänologiediagramme in einem Artporträt
Phänologiediagramme in einem Artporträt

#1. Auswahl der Diagramminhalte

Derzeit stehen vier verschiedene Darstellungsoptionen für die zeitliche Aufschlüsselung der Datensätze sowie eine Option für die Höhenverbreitung zur Verfügung. Das obere und das untere Diagramm lassen sich unabhängig voneinander einstellen. Das Auswahlmenü für das obere Diagramm befindet sich oberhalb, dasjenige für das untere Diagramm unterhalb der jeweiligen Darstellung.

Folgende Darstellungsoptionen stehen im Auswahlmenü zur Verfügung:

  • Phänologie: Individuen, tageweise (tw)
    Säulendiagramm mit einem Datensatz, der die Anzahl der für die einzelnen Tage auf dem Meldeportal gemeldeten Individuen der Art, Gattung etc. zeigt.
  • Phänologie: Individuen, wochenweise (ww)
    Säulendiagramm mit einem Datensatz, der die Anzahl der für die einzelnen Wochen auf dem Meldeportal gemeldeten Individuen der Art, Gattung etc. zeigt.
  • Phänologie: Individuen & Beobachtungen (tw)
    Säulendiagramm mit zwei Datensätzen: Die orangefarbenen Säulen zeigen die Anzahl der für die einzelnen Tage auf dem Meldeportal gemeldeten Individuen der Art, Gattung etc., die grünen Säulen die Anzahl der Beobachtungen.
  • Phänologie: Individuen & Beobachtungen (ww)
    Säulendiagramm mit zwei Datensätzen: Die orangefarbenen Säulen zeigen die Anzahl der für die einzelnen Wochen auf dem Meldeportal gemeldeten Individuen der Art, Gattung etc., die grünen Säulen die Anzahl der Beobachtungen.
  • Höhenverbreitung
    Säulendiagramm mit einem Datensatz, der anzeigt, wie viele Individuen der Art, Gattung etc. für bestimmte Höhenintervalle auf dem Meldeportal gemeldet wurden.

Hinsichtlich der Höhenverbreitungsdiagramme gilt eine Besonderheit: Viele Beobachtungen werden aus → Gebieten gemeldet und verfügen deshalb nicht über individuelle Koordinaten. In diesen Fällen wird die Koordinate des Mittelpunktes des jeweiligen TK25-Quadranten beziehungsweise UTM-Rasterfeldes verwendet (→ TK 25 in Deutschland und → UTM in anderen Ländern). Bei Quadranten oder Rasterfeldern mit stark variierender Höhenlage kann der tatsächliche Beobachtungsort daher etwas höher oder niedriger gelegen haben als der Mittelpunkt des jeweiligen Rasterfeldes beziehungsweise Quadranten. Beobachtungen mit individueller Punktverortung und damit exakten Koordinaten werden entsprechend dieser konkreten Angaben in die Auswertung einbezogen.

In manchen Fällen werden negative Höhenwerte angezeigt. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens befinden sich einige Regionen der Erde zwar an Land, liegen aber dennoch unterhalb des Meeresspiegels. Zweitens verwendet der Kartendienst von Google als Referenz für eine Höhe von 0 m einen Wert, der auf einem → Geoid basiert. Dabei handelt es sich um eine idealisierte, berechnete Bezugsfläche im Schwerefeld der Erde, die von der tatsächlichen und keineswegs gleichförmigen Gestalt der Erdoberfläche abweicht.

#2. Statistik

Über den beiden Diagrammen ist jeweils der Name der Art angegeben, auf die sich die grafisch aufbereiteten Beobachtungsdaten beziehen. Dahinter stehen die Anzahl der beobachteten Individuen und die Anzahl der Beobachtungen. Letztere ist in der Regel kleiner als die Individuenzahl, da bei vielen Beobachtungen mehrere Individuen dokumentiert wurden.

#3. Bezugszeitraum und -bereich (optionale Angabe)

Über den Säulendiagrammen finden sich häufig Angaben dazu, auf welchen Zeitraum und welchen geografischen Bereich sich die Beobachtungsdaten beziehen. Dies ist jedoch nicht grundsätzlich so. Auf dem Meldeportal werden mehrere Fälle unterschieden.

In Deutschland vorkommende Arten mit sehr vielen Beobachtungsdaten

Liegen zu einer in Deutschland vorkommenden Art sehr viele Beobachtungsdaten vor, werden diese automatisch gefiltert. Auf Grundlage dieses kleineren Teildatensatzes werden die Diagramme erzeugt und angezeigt. Die Grundeinstellung umfasst dabei Daten aus dem gesamten jeweiligen Vorjahr und aus Deutschland. Im folgenden Beispiel für den Kranich ist dies an der Angabe „Bezugsjahr 2025 Deutschland“ zu erkennen.

Angaben zum im Diagramm berücksichtigten Datenbestand: Anzahl der Individuen und Beobachtungen sowie Bezugszeitraum und geografischer Bereich
Angaben zum im Diagramm berücksichtigten Datenbestand: Anzahl der Individuen und Beobachtungen sowie Bezugszeitraum und geografischer Bereich

In Deutschland vorkommende Arten mit relativ wenigen Beobachtungsdaten

Falls an der genannten Stelle keine Jahresangabe vermerkt ist, beziehen sich die Diagramme auf alle Beobachtungen, die zur jeweiligen Art bislang auf dem Meldeportal gemeldet wurden. Dies ist typischerweise bei Arten der Fall, die nicht allzu häufig gemeldet werden und deren Datensätze überschaubar sind.

Angaben zum im Diagramm berücksichtigten Datenbestand: Art, Anzahl der Individuen und Beobachtungen sowie geografischer Bereich, aber ohne Bezugszeitraum
Angaben zum im Diagramm berücksichtigten Datenbestand: Art, Anzahl der Individuen und Beobachtungen sowie geografischer Bereich, aber ohne Bezugszeitraum

Außerhalb Deutschlands vorkommende Arten (mit relativ wenigen Beobachtungsdaten)

Bei Arten, die außerhalb Deutschlands vorkommen, werden zumeist alle Datensätze in die Säulendiagrammdarstellung einbezogen. Der Grund dafür ist, dass zu diesen Arten auf dem Meldeportal meist nur wenige Beobachtungsdaten vorliegen, da der Schwerpunkt der Meldetätigkeit der Aktiven auf Deutschland liegt.

Im folgenden Beispiel für eine Säugetierart aus Afrika ist zu sehen, dass Angaben zum Bezugszeitraum und Bezugsbereich fehlen. Das bedeutet: Sämtliche Beobachtungen aus dem gesamten Verbreitungsgebiet der Art ohne zeitliche Einschränkungen bilden die Datenbasis des Phänologiediagramms.

Angaben zum im Diagramm berücksichtigten Datenbestand: Art sowie Anzahl der Individuen und Beobachtungen, aber ohne Bezugszeitraum und geografischen Bereich
Angaben zum im Diagramm berücksichtigten Datenbestand: Art sowie Anzahl der Individuen und Beobachtungen, aber ohne Bezugszeitraum und geografischen Bereich

Tipp: Mithilfe der Filterfunktionen unseres Meldeportals können Sie voreingestellte Bezugsbereiche und Bezugszeiträume gegebenenfalls individuell anpassen. Wenn Sie beispielsweise die Kranichbeobachtungen aus Frankreich aus dem Jahr 2018 als Datenbasis für die Phänologiediagramme verwenden möchten, können Sie dies durch eine entsprechend eingestellte Filterung erreichen. Alles Wissenswerte zur Bedienung der Filterfunktionen auf dem Meldeportal erfahren Sie → hier.

#4. Logarithmische Darstellung der y-Achse

In den Phänologiediagrammen wird die y-Achse logarithmisch und nicht linear dargestellt. Typisch für diese Form der Darstellung ist, dass die Abstände nicht in gleichmäßigen Schritten wie 1, 2, 3 oder 4 zunehmen, sondern sich mit jeder Stufe vervielfachen – meist in Zehnerpotenzen. Dadurch entspricht der optische Abstand zwischen 1 und 10 exakt der Distanz zwischen 10 und 100 beziehungsweise zwischen 100 und 1000. Auf diese Weise bleibt die Darstellung insbesondere bei Arten mit sehr vielen Beobachtungsdaten und zahlreichen erfassten Individuen übersichtlich.

#5. Säulendiagramm

Die Säulendiagramme zeigen, wie viele Beobachtungsdaten zu einer Art beziehungsweise einem Lebensraumtyp für den jeweiligen Tag oder die jeweilige Höhenlage (beim Darstellungstyp „Höhenverbreitung“) im Meldeportal vorliegen. Je höher eine Säule ist, desto größer ist die dargestellte Häufigkeit. Zu beachten ist dabei die logarithmische Darstellung, → siehe oben.

In der Standardeinstellung zeigt das obere Diagramm die Anzahl der beobachteten Individuen pro Tag, während das untere Diagramm die Anzahl der beobachteten Individuen pro Höhenintervall darstellt; Details dazu finden Sie → hier.

Alle Säulendiagramme sind interaktiv. Wenn Sie den Mauszeiger über eine Säule bewegen, werden zusätzliche Informationen zu dieser Säule angezeigt, zum Beispiel die Anzahl der gemeldeten Beobachtungen und Individuen für einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Höhenlage. Letztere bezieht sich auf den jeweiligen Beobachtungsort.

Per Mauszeiger aufgerufene Detailinformationen an einer Säule innerhalb eines Phänologiediagramms
Per Mauszeiger aufgerufene Detailinformationen an einer Säule innerhalb eines Phänologiediagramms

Klicken Sie stattdessen auf eine der Diagrammsäulen, werden die zugrunde liegenden Beobachtungsdatensätze unten auf der Seite eingeblendet:

Auszug aus einer per Mausklick auf eine Diagrammsäule aufgerufenen Beobachtungsliste
Auszug aus einer per Mausklick auf eine Diagrammsäule aufgerufenen Beobachtungsliste

#6. Daten filtern

Per Klick auf die Schaltfläche „Daten filtern“ lassen sich die Filteroptionen des Meldeportals aufrufen. Welche Möglichkeiten diese bieten, wird → an dieser Stelle ausführlich erläutert.

Die beiden Säulendiagramme können unabhängig voneinander mithilfe der Filter eingestellt werden. Nach dem Anklicken der Schaltfläche wird die Filterleiste für das obere Diagramm oberhalb dieses Diagramms eingeblendet; diejenige für das untere Diagramm befindet sich ganz unten auf der Seite.

Tipp: Es ist möglich, mithilfe der Filter unterschiedliche Arten auszuwählen und deren Datensätze miteinander zu vergleichen. So können beispielsweise im Artporträt des Kranichs die Daten dieser Vogelart mit denen des Mauerseglers verglichen werden.

Möglichkeiten und Grenzen der Phänologiediagramme

Die auf unserem Meldeportal gezeigten Phänologiediagramme erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das bedeutet: Der Zeitraum, in dem eine Art beobachtet werden kann, könnte länger sein, als es die Diagramme auf unserer Webseite zeigen. Denn es ist möglich, dass Daten zu Sichtungen außerhalb der bisher bekannten Zeiten (noch) fehlen.

Wenn auf dem Meldeportal für eine Art (bislang) keine Funde zu einer bestimmten Jahreszeit dokumentiert wurden, kann dies verschiedene Gründe haben:

  • Die Art oder der Lebensraumtyp kommt zu dieser Zeit zwar vor und wurde sogar bereits beobachtet, doch die Sichtungen wurden aufgrund individueller Entscheidungen nicht auf dem Meldeportal gemeldet. Deshalb ist es wichtig, möglichst alle Beobachtungen zu melden, um solche Datenlücken zu schließen.
  • Die Art oder der Lebensraumtyp kommt zu dieser Zeit zwar vor, wurde aber bisher übersehen.
  • Die Art oder der Lebensraumtyp kommt zu dieser Zeit vor und wurde bereits beobachtet, aber sie wurde fehlbestimmt. Die Funddaten sind deshalb in den Datenbestand einer anderen Art eingeflossen.
  • Die Art oder der Lebensraumtyp kam zu dieser Zeit bislang nicht vor und wurde deshalb noch nicht beobachtet.

Übrigens: Neue Beobachtungstermine, die außerhalb des bisher bekannten zeitlichen Auftretens einer Art liegen, sind besonders spannend, weil sie auf eine Veränderung der jahreszeitlichen Aktivitäten der Spezies hindeuten können.

Lesetipp

In einem ausführlichen Beitrag, den wir im NABU|naturgucker-Journal veröffentlicht haben, finden Sie Hintergrundinformationen dazu, was Sie aus den Phänologiediagrammen herauslesen können. Dieser Beitrag konzentriert sich auf verschiedene Erscheinungsformen derselben Tierarten: → Insekten-Phänologiediagramme lesen und verstehen.

Sie möchten mehr darüber erfahren, was es mit dem Stammbaum und der Systematik generell auf sich hat? Dann interessiert Sie vielleicht unser Beitrag → Systematik und Stammbaum im NABU|naturgucker-Journal. Darin erfahren Sie auch, was einige der grundlegenden Begriffe aus der Biologie bedeuten.

Erklär-Videos zum Thema

Damit Sie leicht in die Nutzung der Phänologiediagramme auf unserem Meldeportal für Naturbeobachtungen einsteigen können, bieten wir Ihnen einige → Hilfevideos.