Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Zielarten der jeweils aktuellen phänologischen Zeiträume, die im Fokus unseres Beobachtungsprojektes zur Phänologie stehen. Unser Partner hierbei ist der → Deutschen Wetterdienst (DWD). Nähere Informationen über das Projekt selbst sowie die Beobachtungsaufgaben finden Sie → hier.
Frühsommer: Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
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Der Schwarze Holunder wächst zu Sträuchern oder Bäumen heran, die bis zu 11 m hoch sein können; sie sind meist stark verzweigt. Häufig sind die Zweige bogenartig ausladend. Ihre Rinde ist graubraun gefärbt. An jüngeren Zweigen trägt die Rinde zahlreiche helle Erhebungen, die als Korkporen bezeichnet werden.
Im März und April beginnt die Entwicklung der Laubblätter. Sie sind gegenständig angeordnet und unpaarig gefiedert. Hierbei sind die Blattfiedern jeweils circa 30 cm lang. Sie bestehen für gewöhnlich aus fünf oder sieben Einzelblättern. Diese sind elliptisch, ihr Rand ist gesägt und sie weisen eine Länge von etwa 12 cm auf.
Die Blütezeit beginnt zumeist im Mai und dauert bis in den Juli. Nur wenige Millimeter sind die kleinen, cremefarbenen bis gelblich-weißen Einzelblüten groß. Sie sind in bis zu 30 cm großen, flachen Schirmrispen angeordnet.
Für zahlreiche Insekten, darunter Käfer, Fliegen und Bienen, sind die Blüten des Schwarzen Holunders ergiebige Nektarquellen. Auf den großen Schirmrispen mit ihrer relativ ebenen Fläche können die Tiere sehr leicht landen.
Nach der Befruchtung bilden sich Früchte – die Holunderbeeren. Sie reifen für gewöhnlich im August und September. Haben sie ihre volle Reife erreicht, sind sie sehr dunkel schwarzrot gefärbt, meist wirken sie schwarz. Ihre Größe beträgt rund 6 mm.
Frühsommer: Eberesche (Sorbus aucuparia)
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Die Eberesche, die volkstümlich vor allem als Vogelbeerbaum bekannt ist, wächst zu Bäumen heran, deren Wuchshöhe bis zu 15 m beträgt. Sie sind sommergrün und haben wechselständig an den Zweigen angeordnete Laubblätter. Diese sind circa 20 cm lang und rund 8 cm bis 11 cm breit. Ihre unpaarig gefiederte Blattspreite besteht in aller Regel aus 9 bis 19 länglich-elliptischen Blattfiedern. Jede Blattfieder ist ihrerseits zwischen 4 cm und 6 cm lang, die Breite beläuft sich auf circa 2 cm.
Von Mai bis Juli dauert die Blütezeit der Eberesche. Circa 200 bis 300 weiße Einzelblüten stehen jeweils in breiten Scheinrispen zusammen. Etwa 10 mm sind die einzelnen Blüten im Durchmesser groß und sie ziehen mit ihrem Nektar allerlei Insekten an.
Nach der Befruchtung bilden sich die Früchte der Eberesche. Von August bis September werden sie reif. Dann sind sie hellrot gefärbt und im Durchmesser circa 1 cm groß.
Für zahlreiche Wildtiere, darunter hauptsächlich Vögel, stellen sie eine wichtige Nahrung dar. Wegen dieser großen Beliebtheit bei den Vögeln werden sie als Vogelbeeren bezeichnet. Dieser Name bezieht sich also einerseits auf die Früchte und andererseits auf die gesamte Pflanzenart.
Typische Wuchsorte der Eberesche sind Waldränder und Hecken. Im Siedlungsraum kommt sie oft in Parkanlagen vor. Weil sie relativ anspruchslos ist, kann die Eberesche Brachflächen und neu entstandene Lichtungen schnell besiedeln.
Hochsommer: Rote Garten-Johannisbeere (Ribes rubrum var. domesticum)
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Bei der Roten Garten-Johannisbeere handelt es sich um die Kulturform der Roten Johannisbeere. Der wissenschaftliche Name verdeutlicht dies, indem dem eigentlichen Artnamen Ribes rubrum der Zusatz var. domesticum hinzugefügt wird.
Die Rote Garten-Johannisbeere bildet aufrechte und sommergrüne Sträucher. An den Zweigen befinden sich keine Stacheln. Meist beträgt die Wuchshöhe der Sträucher zwischen 1 m und 2 m. Junge Zweige weisen eine leicht behaarte und mit Drüsen besetzte Rinde auf. Bei älteren Zweigen ist die Rinde rötlichbraun bis grauschwarz gefärbt.
Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet, der Blattstiel ist 3 cm bis 6 cm lang. Ihre drei- bis fünflappige Blattspreite ist rundlich; sie ist 4 cm bis 10 cm lang sowie zwischen 3 cm und 7 cm breit. Junge Blätter sind auf der Unterseite kurzflaumig behaart, ältere Blätter sind kahl.
Im April und Mai blüht die Rote Garten-Johannisbeere. Es stehen jeweils vier bis acht Blüten in traubigen, hängenden Blütenständen zusammen. Grünlich-gelb bis leicht rötlich sind die relativ unscheinbaren Blüten gefärbt.
Nach der Befruchtung entwickeln sich kugelige, glatte Beeren, die jeweils einen Durchmesser von 6 mm bis 11 mm haben. Reifen sie heran, nehmen sie eine Rotfärbung an. Viele vollreife Beeren sind an ihrer leuchtend roten Färbung zu erkennen. Es kommen allerdings auch Zuchtformen der Roten Garten-Johannisbeere vor, die weiße oder rosafarbene bis durchscheinende Beeren tragen.
Hochsommer: Wilde Karde (Dipsacus fullonum)
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Mit ihrer Wuchshöhe von bis zu 1,5 m, mitunter sogar noch etwas höher, ist die Wilde Karde eine auffällige Erscheinung. Diese zweijährige Pflanze hat einen stacheligen Stängel. Ihre Grundblätter sind kurz gestielt und sie stehen in einer Rosette zusammen. Darüber befinden sich am Stängel kreuzgegenständig angeordnete Blätter, die an ihrer Basis paarweise zusammengewachsen sind; ihr Rand ist gekerbt. Nach Regenfällen bilden sich an der Basis dieser Blätter oft kleine Tümpel, in denen Mückenlarven leben und oft andere Insekten ertrinken.
Im Juli und August blüht die Wilde Karde. Ihre walzenförmigen, aufrechten Blütenstände haben eine Länge von 5 cm bis 8 cm. Sie sind von stacheligen, unterschiedlich langen Hüllblättern umgeben, die nach oben gebogen sind.
Bläulich bis zart violett sind die recht kleinen zwittrigen Blüten gefärbt. An den Blütenständen öffnen sich die einzelnen Blüten nach und nach, wobei ein für die Wilde Karde typisches Schema eingehalten wird: Zunächst öffnen sich die Blüten im mittleren Bereich des Blütenstandes, sie bilden einen waagerechten (horizontalen) Ring. Von dort aus blühen anschließend die darüber- beziehungsweise darunterliegenden Blüten auf, während die im mittleren Bereich bereits abblühen. So wandern mit der Zeit meist zwei blühende Bereiche als waagerechte Ringe von der Mitte des Blütenstandes aus nach oben beziehungsweise nach unten.
Zu finden ist die Wilde Karde an eher warmen Standorten. Sie wächst beispielsweise an Wegrändern, Böschungen, Ufern, auf Überschwemmungsflächen, auf Weiden sowie mitunter rund um Ruinen und auf vielen Ruderalflächen.
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