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Systematik
Reich: Tiere (Animalia)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Kräuseljagdspinnen (Zoropsidae)
Gattung: Zoropsis
Wissenschaftlicher Name: Zoropsis spinimana
Unsere Meldeaktion
Meldeseite: → nabu-naturgucker-beobachtungen.de/nosferatu
Hintergrundinformationen: → Projektseite der Meldeaktion
Unsere kostenlosen E-Learning-Kurse rund um Spinnen
Grundwissen-Kurs (12 Lernstunden): → https://nabu-naturgucker-akademie.de/Spinnen-Grundwissen/
Kostenloser Redaktionsservice-Beitrag über die Nosferatu-Spinne
→ Achtbeiniger Hausbesuch: die Nosferatu-Spinne
Kurz und knapp: Faktensammlung über die Nosferatu-Spinne
- Typische Erkennungsmerkmale: Auf dem Vorderkörper (Prosoma) zeichnet sich auf der gelblich-braunen Grundfarbe eine charakteristische dunkle Struktur ab, die an einen Totenkopf oder das Gesicht von Nosferatu erinnert. Der Hinterleib (Opisthosoma) zeigt im vorderen Bereich eine dunkle, längliche Mittelzeichnung, gefolgt von paarigen dunklen Fleckenmustern. Die Beine sind sehr kräftig und auffällig dunkel geringelt bzw. gefleckt. Die acht Augen sind in zwei Reihen übereinander angeordnet.
- Der erste gesicherte Nachweis der Nosferatu-Spinne in Deutschland gelang im Jahr 2005. Entdeckt wurde das erste Exemplar im Südwesten der Republik, genauer gesagt in Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg.
- Vermutlich wurde diese Art durch den Warentransport oder Urlaubsreisen nach Mitteleuropa eingebracht.
- Eine Auswertung von Zehntausenden auf dem Meldeportal von NABU|naturgucker dokumentierten Funden hat ergeben, dass die Nosferatu-Spinne inzwischen in allen Bundesländern nachgewiesen ist und sich weit verbreitet hat – von der Oberrheinebene bis an die Nord- und Ostseeküste.
- In Deutschland ist die Nosferatu-Spinne eine Profiteurin des Klimawandels.
- Da die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne eine wärmeliebende Art ist, nutzt sie in Deutschland vor allem Gebäude, Schuppen, Garagen und Fassaden. Dort findet sie das passende Mikroklima. Fachleute bezeichnen diese Lebensweise in der Nähe des Menschen als synanthrop. Die Nosferatu-Spinne gilt als Siedlungsfolgerin bzw. Kulturfolgerin.
- Die Nosferatu-Spinne ist nachtaktiv und baut keine Fangnetze. Sie lauert ihrer Beute auf oder spürt sie aktiv auf und überwältigt sie mit einem schnellen Giftdornenbiss.
- An ihren Fußgliedern besitzt diese Art spezialisierte Hafthaare (Setae), die es den Spinnen ermöglichen, selbst auf extrem glatten, vertikalen Flächen wie Fensterscheiben oder Spiegeln problemlos zu laufen.
- Die Hauptpaarungszeit der Nosferatu-Spinne liegt im Spätsommer und Herbst. Dann begeben sich die geschlechtsreife Männchen aktiv auf die Suche nach Weibchen, was zu gehäuften Begegnungen mit Menschen in und an Gebäuden führt.
- Das Weibchen fertigt einen flachen, weißlichen Eikokon an und befestigt diesen in einem geschützten Unterschlupf oder Nestgewebe. Sie bewacht den Kokon bis zum Schlupf der Jungspinnen und stirbt in der Regel kurze Zeit später.
- Die Nosferatu-Spinne ist zwar giftig, da sie ihr Gift zur Lähmung ihrer Beute benötigt. Für den Menschen ist ihr Biss jedoch harmlos und ungefährlich, sofern keine Allergie oder Überempfindlichkeit besteht.
- Die Beißwerkzeuge (Chelizeren) der ausgewachsenen Tiere sind stark genug, um die menschliche Haut zu durchdringen. Ein Biss ist in der Regel mit einem milden Bienen- oder Wespenstich vergleichbar (lokale Rötung, leichte Schwellung, leichter Schmerz). Medizinische Komplikationen treten normalerweise nicht auf, abgesehen von seltenen individuellen Allergien oder Überempfindlichkeiten bzw. Infektionen, die durch das Eindringen von Krankheitserregern in die Bissstelle verursacht werden.
- Die Nosferatu-Spinne ist nicht aggressiv. Sie beißt nur zur Verteidigung, wenn sie gedrückt, festgehalten oder versehentlich eingequetscht wird, beispielsweise in Kleidung oder Schuhen.
- Es gibt noch immer offene Forschungsfragen: So sind beispielsweise ihre genauen Überwinterungsstrategien im Freiland, potenzielle natürliche Fressfeinde in Mitteleuropa sowie die Konkurrenz zu regionaltypischen Spinnenarten noch ungeklärt.
Unsere Forschung zur Nosferatu-Spinne
→ Nosferatu-Spinne in Deutschland
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Gaby Schulemann-Maier
Tel.: +49 (0)152/09432828
E-Mail: presse@NABU-naturgucker.de
Bildquelle freigestellte Nosferatu-Spinne
Foto (c) Hermann Klee/naturgucker.de




