Land: Griechenland
Termin: 09.04.2027 bis 20.04.2027 (12 Reisetage)
Reiseleitung: → Dr. Alexander Wirth
Teilnehmende: min. 5, max. 12
Reiseveranstalter: NABU|naturgucker-Reisen
Inhalt
Allgemeine Informationen
Botanische Besonderheiten und kulturhistorische Stätten im Süden des griechischen Festlands, auf der Halbinsel der → Peloponnes und den Ionischen Inseln → Kefalonia und → Lefkada sowie des angrenzenden Festlandes sind das Ziel dieser Reise. Unter Orchideenbegeisterten sind diese Gegenden für ihre endemischen Taxa bekannt, von denen einige hier sogar ihren Entstehungsschwerpunkt haben. Mehr als 40 verschiedene Knabenkräuter, Ragwurze und Zungenstendel erwarten uns zur Reisezeit sowie natürlich eine Vielzahl anderer Pflanzenarten. Auch die spannende Tierwelt werden wir nicht außer Acht lassen. Zu den endemischen Arten, die uns erwarten, gehören u. a. Kefalonia-Veilchen (Viola cephalonica), Ionischer Ziest (Stachys ionica) und Peloponnes-Tragant (Astragalus drupaceus) sowie die Höhlenschrecke Dolichopoda pavesi.
Seit der Bronzezeit leben Menschen auf den größeren Ionischen Inseln. Im Lauf der Jahrhunderte wechselte die Herrschaft vom Römischen zum Byzantinischen Reich, von der Republik Venedig zu Frankreich und Großbritannien. 1864 traten sie dem griechischen Staat bei. Auf Kefalonia werden wir auf vielfältige Zeugnisse dieser wechselvollen Geschichte treffen.
Im Vergleich zu den südlicheren griechischen Inseln sind die klimatischen Bedingungen der Inselgruppe milder und feuchter. Daher ist ihre Vegetation üppiger, wenn auch dort, wie auf anderen Inseln, durch die Abholzung einstiger Wälder nun Zwergstrauchheiden und → Macchien dominieren. In den Hochlagen von Kefalonia, der größten Ionischen Insel, gehören noch ursprüngliche Wälder mit der → Kefalonischen Tanne (Abies cephalonica) zu den kontrastreichen Landschaften.
Orchideenstandorte und griechische Kultur erleben wir auf der Peloponnes und dem Festland nördlich des Golfs von Patras und von Korinth. Auf der Peloponnes wird uns der archäologische Fund- und Forschungsort → Nemea begeistern. Zum krönenden Abschluss besuchen wir die Ausgrabung der Stadt → Delphi, eine der bedeutendsten heiligen Stätten des antiken Griechenlands und heutiges UNESCO-Weltkulturerbe. Eindrucksvoll und wild präsentiert sich die umgebende Landschaft.
Zur Reisezeit im April können wir mit einer Temperaturspanne von etwa 14 °C bis 20 °C rechnen. Kulinarisch verwöhnen uns auf den Ionischen Inseln typische Gerichte der griechischen Küche genauso wie italienisch und französisch beeinflusste Speisen. Die regionalen Spezialitäten umfassen Gemüse-, Fisch- und Fleischgerichte.
Programm
1. Tag: Anreise auf die Peloponnes
Unser gemeinsamer Treffpunkt ist der Flughafen von Athen. Anschließend erfolgt der Transfer zum Hotel auf der Peloponnes mit Kleinbussen.
2. Tag: Peloponnes
Exkursionen ausgehend von unserer Unterkunft führen uns bspw. in die Umgebung des Bahnhofs von Paradise, einem legendären Fundort für die Äskulap-Ragwurz. Zu erwarten ist eine breite, mitunter sogar anfänglich verwirrende Vielfalt von Ophrys-Arten: → Äskulap-Ragwurz (Ophrys aesculapii), → Busen-Ragwurz (Ophrys mammosa), Braune Ragwurz (Ophrys fusca), → Spruners Ragwurz (Ophrys spruneri), → Hufeisen-Ragwurz (Ophrys ferrum-equinum), → Heras Ragwurz (Ophrys herae) sowie → Wespen-Ragwurz (Ophrys tenthredinifera). Aus den Reihen der Orchis-Arten ist → Vierpunkt-Knabenkraut (Orchis quadripunctata) zu finden, dazu ebenso der eine oder andere Zungenstendel. Aus der Reihe der anderen Arten ist der auffällige → Peloponnes-Tragant (Astragalus drupaceus) zu nennen.
3. Tag: Tripoli – Nafplio/Tolo
Heute führt uns die Fahrt von Tripoli in den Osten der Peloponnes. Durch das gebirgige Innere der Halbinsel geht es bis an den Argolischen Golf bei Nafplio/Tolo. Im Fokus der Exkursionen, die wir unterwegs unternehmen, stehen zwei Fundorte in mittlerer Höhenlage mit Ragwurzen wie bspw. → Reinholds Ragwurz (Ophrys reinholdii) sowie Vertretern der Knabenkräuter wie → Milchweißes Knabenkraut (Neotinea lactea). Wenn es die Zeit erlaubt, werden wir auch einen Abstecher zum Strand von Nafplio machen, wo sich meist zahlreiche Vogelarten der Feuchtgebiete und Küsten beobachten lassen.
4. Tag: Nafplio/Tolo
An diesem Tag gehen wir in der Umgebung von Nafplio an einigen kleineren Fundorten auf die Suche nach Ragwurzen. Zielarten sind u. a. → Argolische Ragwurz (Ophrys argolica), → Bremsen-Ragwurz (Ophrys oestrifera) und → Lockerblütiger Zungenstendel (Serapias bergonii) sowie → Kleinblütiger Zungenstendel (Serapias parviflora). Im Süden der Argolischen Halbinsel suchen wir schließlich nach → Dunkellippiger Ragwurz (Ophrys melena) in Abgrenzung zu → Kleinblütiger Gelber Ragwurz (Ophrys sicula). Zusätzlich besuchen wir das antike Mykene.
5. Tag: Nafplio/Tolo – Patras
Die Fahrt führt uns nach Norden, an Argos vorbei nach Nemea. Unser erstes Ziel heute ist die dortige Ausgrabung im Umfeld eines antiken Zeus-Heiligtums. Anschließend geht es in den nördlich davon liegenden Gebirgszug, den wir auf unserem Weg zum Golf von Korinth queren. Unterwegs gibt es interessante Fundorte u. a. mit → Hebes Ragwurz (Ophrys hebes), → Ophrys herae und erstmals → Ophrys sphegodes subsp. cephalonica. Südlich des Küstenortes Diakopto suchen wir nach der endemischen → Delphi-Ragwurz (Ophrys delphinensis), einer hybridogenen Sippe zwischen → Ophrys argolica und → Bremsen-Ragwurz (Ophrys oestrifera). Nach den Exkursionen erreichen wir Patras.
6. Tag: Patras – Kefalonia (Argostoli)
Mit der Fähre setzen wir von Patras nach Sami auf die Ionische Insel Kefalonia über (ca. 3,5 Stunden). Nach der Ankunft unternehmen wir erste Exkursionen zu den Orchideen der Insel. Quartier beziehen wir in Argostoli.
7. und 8. Tag: Kefalonia
Zwei interessante Exkursionstage führen uns ins Zentrum Kefalonias und zum Kap Mounda, der Südspitze der Insel. Neben der Kefalonia-Ragwurz (Ophrys sphegodes subsp. cephalonia) erwarten uns zahlreiche weitere spannende Arten: Ophrys spruneri, Ophrys ferrum-equinum und vor allem → Gottfrieds-Ragwurz (Ophrys ferrum-equinum subsp. gottfriediana). Hinzu kommen Arten wie Orchis quadripunctata, → Gefleckte Keuschwurz (Neotinea maculata) und → Anacamptis papilionacea. Eine Exkursion in die Hochlagen der Insel, auf den Berg Enos, führt durch die fast schwarzen Bestände der Kefalonischen Tanne hin zu endemischen Kefalonia-Veilchen. Einer der Höhepunkte auf Kefalonia wird die Suche nach der endemischen Ophrys mavrochila sein. Wenn es die Zeit zulässt, besuchen wir auch die → Drogarati-Höhle, Heimat der endemischen Höhlenschrecke Dolichopoda pavesii.
9. Tag: Kefalonia – Lefkada
Ein besonderer Exkursionshöhepunkt auf Kefalonia ist an diesem Tag die Nachsuche nach Ophrys mavromata, die sich im nördlichen Inselteil in der Gegend um Komitata finden lässt. Sie besitzt riesige schwarz-rote Blütenlippen mit oder ohne Mal.
Am Nachmittag setzen wir mit der Fähre zur Nachbarinsel Lefkada über, wo wir in Vasiliki unser Quartier beziehen. Wenn es die Zeit erlaubt, werden wir das Kap Lefkas noch erkunden.
10. Tag: Lefkada – Nafpaktos
Vormittags begeben wir uns an der Westküste der Insel Lefkada nochmals auf die Nachsuche nach verschiedenen Arten wie Ophrys ferrum-equinum, Ophrys mammosa, → Attische Ragwurz (Ophrys umbilicata subsp. attica) und Orchis quadripunctata in ihrer typischen ionischen Ausprägung. Danach geht es über den Damm zum Festland und an die Südseite des Ambrakischen Golfs. Hier sollten wir u. a. auch → Helena-Ragwurz (Ophrys helenae) finden, die einzige Ragwurzart, die nicht von Insekten bestäubt wird.
Entlang der Westküste, aber durch das Landesinnere, führt uns die Fahrt nach Süden. Wir fahren zur Fragkouleika-Schlucht bei Messolongi, wo uns an einem kleineren Fundort neben anderen wohl auch Reinholds Ragwurz (Ophrys reinholdii) erwarten wird. Die Schlucht ist bekannt für ihre Gänsegeier (Gyps fulvus), die wir mit etwas Glück sichten können. Auf der Weiterfahrt werden wir auch einen Abstecher in die Klisova-Lagune bei Mesolongi machen, um nach Krauskopfpelikanen (Pelecanus crispus) Ausschau zu halten. Gegen Abend erreichen wir Nafpaktos, ebenfalls bekannt als Lepanto, das am Nordufer des Golfs von Korinth liegt.
11. Tag: Nafpaktos – Athen
Während unseres letzten Exkursionstages begeben wir uns am Nordufer des Golfs von Korinth nach Osten. Ein kultureller Höhepunkt ist der Besuch von Delphi, dem bekannten Orakel des antiken Griechenlands. Doch natürlich spielen auch die Orchideen und die griechische Natur wieder eine Hauptrolle, liegt doch der Locus classicus der Delphi-Ragwurz (Ophrys delphinensis) hier. Zudem erwarten uns nochmals Taxa, die wir vom Beginn der Reise kennen: Äskulap-Ragwurz (Ophrys aesculapii), → Ophrys fusca subsp. calocaerina und Argolische Ragwurz (Ophrys argolica). Wenn es die Zeit und die Schneedecke erlauben, versuchen wir eine kleine Exkursion in den höheren Lagen des Berg Parnass, bevor wir uns auf die lange Rückfahrt nach Athen machen.
12. Tag: Athen
Gemeinsamer Transfer zum Flughafen. Anschließend erfolgt die individuelle Rückreise.
Artimpressionen
Preise pro Person
Grundpreis im Doppelzimmer: 2.860 €
Zuschlag für Einzelzimmer: 540 €
Nachlässe auf Grundpreis
Mitglieder des NABU: 3 %
Registrierte Nutzer*innen des Meldeportals von NABU|naturgucker/der NABU|naturgucker-Akademie: 3 %
Aktive Beobachter*innen mit min. 250 Beobachtungen auf dem Meldeportal von NABU|naturgucker: 4,5 %
Es kann pro Person jeweils nur einer der drei zuvor genannten Preisnachlässe in Anspruch genommen werden.
An-/Abreisemöglichkeiten
Flug (unverbindlich) (∅ Klimawirkung: 350 kg CO2)*: ab etwa 400 €
*Wert ab/bis Frankfurt. Eine klimaschonende Anreise bietet sich bei diesem Reiseziel nicht an, da die Anreise mit der Bahn, dem Schiff und dem Bus eine vergleichbare CO2-Menge verursachen würde.
Leistungen
- Hotelübernachtungen
- Halbpension
- Alle Exkursionen und Transfers gemäß Programm mit Kleinbussen
- Fährüberfahrt Patras – Kefalonia – Lefkada
- Eintritte laut Programm
- Deutschsprachige Reiseleitung ab/bis Athen
- Reduktion des CO2-Fußabdruckes gemäß → ökologischer Verpflichtungserklärung
Nicht eingeschlossene Leistungen
- An-/Abreise nach/von Athen*
- Übrige Mahlzeiten (vor Ort als Mittagspicknick)
- Getränke und Snacks
- Trinkgelder
- Persönliche Ausgaben
* Flüge können individuell oder durch NABU|naturgucker-Reisen gebucht werden.
Hinweise
Die Mindestanzahl der Teilnehmenden muss bis 4 Wochen vor Reisebeginn erreicht sein.
Die Programmpunkte werden von uns bei Bedarf den lokalen Bedingungen angepasst.
Veranstalter dieser NABU|naturgucker-Reise ist die → NABU|naturgucker geG. Es gelten die folgenden → Reisebedingungen. Hier finden Sie die Angaben zum → Datenschutz.
Die mit NABU|naturgucker-Reisen erwirtschafteten Erträge dienen ausschließlich gemeinnützigen Zwecken.















