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Über diese Meldeaktion
Willkommen bei der Informationssammlung zu unserem Beobachtungsprojekt (Monitoring) zur Phänologie, das NABU|naturgucker in Kooperation mit dem → Deutschen Wetterdienst (DWD) durchführt.
Unter dem Begriff „Phänologie“ beschäftigen wir uns mit der Frage, wie die Jahreszeiten tatsächlich auftreten – nicht in Form von Kalenderdaten, sondern in Form von Wachstum und Entwicklungen in der Pflanzenwelt. So läutet z. B. die Blüte der Hasel den Vorfrühling ein und die Apfelblüte den Vollfrühling – unabhängig davon, ob diese 10 Tage früher oder später zu beobachten sind. Und zu beobachten ist in der Tat, dass sich der Blühbeginn einiger Pflanzenarten immer weiter auf frühere Zeitpunkte im Jahr verlagert. Darin zeigt sich nicht nur der Einfluss des Wetters, sondern der langfristige Einfluss des Klimas und Klimawandels auf Abläufe in der Natur. Gemeinsam mit unserem Partner richten wir ein Projekt aus, um diese Entwicklungen im Blick zu behalten und zu untersuchen. Helfen Sie mit und melden Sie uns ihre Beobachtungen!
So geht’s: Pflanzenbeobachtungen melden
Weil das Phänologie-Monitoring ein umfangreiches Artenrepertoire umfasst und das gesamte Jahr über stattfindet, sind die Aufgabenstellungen auf die jeweiligen phänologischen Jahreszeiten abgestimmt. → Weiter unten finden Sie die aktuellen und bald darauf anstehenden Beobachtungsaufgaben. Gern können Sie Ihre Beobachtungen auf unserem → Meldeportal für Naturbeobachtungen dokumentieren.
Aktuelle Zielarten und Phänologieaspekte
Jahresübersicht einblenden
| Phänologische Jahreszeiten | Art(en) und phänologisch Aspekte |
| Vorfrühling | 1. Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana) – Blühbeginn 2. Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) – Blühbeginn 3. Sal-Weide (Salix caprea) – Blühbeginn, gelbe Staubbeutel sichtbar |
| Erstfrühling | 1. Garten-Forsythie (Forsythia x intermedia) – Blühbeginn 2. Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) – Blüte |
| Vollfrühling | 1. Kultur-Apfel (Malus domestica) – Blühbeginn 2. Bär-Lauch (Allium ursinum) – Blüte |
| Frühsommer | 1. Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) – Blühbeginn, erste Dolde zur Hälfte aufgeblüht 2. Eberesche (Sorbus aucuparia) – Blühbeginn |
| Hochsommer | 1. Rote Garten-Johannisbeere (Ribes rubrum var. domesticum) – erste Früchte reif 2. Wilde Karde (Dipsacus fullonum) – Blüte |
| Spätsommer | 1. Kultur-Apfel (Malus domestica), frühreifend – erste Früchte reif, erstes Durchpflücken lohnt sich 2. Eberesche (Sorbus aucuparia) – erste Früchte voll ausgefärbt |
| Frühherbst | 1. Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) – erste Früchte voll ausgefärbt |
| Vollherbst | 1. Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) – erste Früchte fallen herunter |
| Spätherbst | 1. Eberesche (Sorbus aucuparia) – Blattfall, 50 % gefallen |
| Winter | 1. Kultur-Apfel (Malus domestica), spätreifend – Blattfall, 50 % gefallen |
Aufgabe Frühsommer
Die phänologische Jahreszeit des Frühsommers wird dadurch gekennzeichnet, dass bereits Gräser blühen, darunter der Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis). Außerdem blühen etliche weitere Pflanzenarten, von denen zwei bei diesem Beobachtungsprojekt in den Fokus gerückt werden. Wir möchten Sie deshalb darum bitten, Ihre Beobachtungen folgender Pflanzenarten auf dem Meldeportal zu melden:
- Blühbeginn – 1. Dolde zur Hälfte aufgeblüht beim Schwarzen Holunder
- Blühbeginn Eberesche.
Sie können dabei entweder Beobachtungen zu beiden genannten Arten melden oder nur zu einer – jede Beobachtung zählt!
Wichtig ist hierbei, was unter Blühbeginn zu verstehen ist: Gemeint ist damit der Zeitpunkt, zu dem die ersten Blüten eines Exemplars der jeweiligen Pflanzenart geöffnet sind. Beim Schwarzen Holunder hilft Ihnen bei der Einschätzung die Faustregel, dass die erste Dolde zur Hälfte aufgeblüht sein soll. Hinsichtlich der Eberesche gilt, dass sich an mindestens drei Stellen der beobachteten Pflanze die ersten Blüten bereits voll geöffnet haben sollten.
Hinweis: Falls die von Ihnen beobachteten Pflanzenexemplare noch nicht blühen, sondern lediglich erst Knospen zeigen, können Sie diese Beobachtungen trotzdem auf dem Meldeportal melden. Geben Sie dann bitte als Detail „knospend“ an.
Hier finden Sie → Beschreibungstexte der Zielarten.
Aufgabe Hochsommer
Dass die phänologische Jahreszeit des Hochsommers angebrochen ist, lässt sich an bestimmten Vegetationsphasen erkennen. Draußen blühen jetzt die Sommer-Linde (Tilia platyphyllos) und die Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus), auf Kulturland sind die Blüten der Kartoffel (Solanum tuberosum) zu finden und in den Gärten zeigen sich die ersten reifen Früchte der Roten Garten-Johannisbeere (Ribes rubrum var. domesticum).
Letztere ist eine der Fokusarten unseres Beobachtungsprojektes. Ergänzt wird sie um die Wilde Karde (Dipsacus fullonum), die im Hochsommer zu blühen beginnt. Wir möchten Sie also darum bitten, Ihre Beobachtungen folgender Pflanzenarten auf dem Meldeportal zu melden:
- erste Früchte reif bei der Roten Garten-Johannisbeere
- Blühbeginn Wilde Karde.
Sie können dabei entweder Beobachtungen zu beiden genannten Arten melden oder nur zu einer – jede Beobachtung zählt!
Erste reife Früchte der Roten Garten-Johannisbeere zu erkennen, ist problemlos möglich, weil sie dann sortentypisch rot gefärbt sind.
Der Blühbeginn der Wilden Karde äußert sich auf spezielle Weise: Gemeint ist damit der Zeitpunkt, zu dem die ersten Blüten eines Exemplars der jeweiligen Pflanzenart geöffnet sind. Bei der Wilden Karde startet das Blühen mittig am Blütenstand. Ringförmig öffnen sich die kleinen Einzelblüten. Mit fortschreitender Blühperiode teilt sich der Ring blühender Einzelblüten, wodurch im oberen und im unteren Bereich des Blütenstandes je ein schmaler, waagerecht stehender Blütenring entsteht. Somit ist für den Blühbeginn der Wilden Karde kennzeichnend, dass mittig am Blütenstand ein waagerecht liegender Ring aus kleinen Einzelblüten vorhanden ist.
Hinweis: Falls die von Ihnen beobachteten Pflanzenexemplare noch nicht blühen, sondern lediglich erst Knospen zeigen, können Sie diese Beobachtungen trotzdem auf dem Meldeportal melden. Geben Sie dann bitte als Detail „knospend“ an. Beobachtungen von Exemplaren der Roten Garten-Johannisbeere, bei denen noch keine reifen Früchte vorhanden sind, können Sie als „fruchtend/sporend“ melden.
Hier finden Sie → Beschreibungstexte der Zielarten.
Beschreibungen der Zielarten ansehen
Weiterführende Infos über die Zielarten unseres Beobachtungsprojekts Phänologie finden Sie → hier.
Projektzeitraum
Da der Fokus auf mehreren Pflanzenarten und unterschiedlichen Vegetationsphasen liegt, erstreckt sich die Laufzeit des Phänologie-Monitorings über das gesamte Jahr. Oft können die ersten Arten bereits im Januar beobachtet werden, die letzten sind bis in den November oder Dezember hinein in der entsprechenden Phase zu sehen. Sie können mit Ihren Beobachtungen vom Jahresbeginn bis zum Jahresende wertvolle Beiträge zu dem Beobachtungsprojekt leisten.
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Hintergründe
Früher haben die Menschen die Natur sehr genau beobachtet, um rechtzeitig die Saat auszubringen oder den richtigen Zeitpunkt für die Ernte abzupassen. Wann welche Pflanzen erstmals blühen, war für sie oft wichtiger als ein Kalender. Denn abhängig vom Witterungsgeschehen des jeweiligen Jahres in der betrachteten Region kann der Blühbeginn einer Pflanzenart ein wenig früher oder später als im durchschnittlichen Mittel stattfinden. Einen fixen, allgemeingültigen Termin gibt es nicht.
Seit einigen Jahren verlagert sich der Beginn der Blütezeit einiger Pflanzen zusehends auf frühere Zeitpunkte im Jahr. Je nach Pflanzenart können dies bis zu 30 Tage sein, berichtete die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) bereits im Jahr 2011, siehe → Quelle. Zurückzuführen ist diese Verschiebung laut Fachleuten auf den Klimawandel.
Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) führt NABU-naturgucker.de seit 2018 ein Projekt durch, in dessen Rahmen Beobachtungsdaten zu bestimmten Pflanzenarten gesammelt werden sollen. Es geht dabei um die Phänologie, also um die im Jahresverlauf auftretenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen ausgesuchter Pflanzenarten. Hierbei wird das Jahr nicht nur in vier Jahreszeiten unterteilt, sondern in deutlich feiner abgestufte phänologische Jahreszeiten. Jede dieser phänologischen Jahreszeiten wird durch eine sogenannte Leitphase eröffnet, zum Beispiel der Vorfrühling durch die Blüte der Gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana), siehe hierzu auch der Beitrag → Die phänologische Uhr auf der Webseite des DWD.
Wer sich an unserem Phänologie-Beobachtungsprojekt beteiligen und Beobachtungsdaten – am besten immer aufgewertet mit Belegbildern – melden möchte, den bitten wir darum, die Aufmerksamkeit auf spezifische Aspekte im Zusammenhang mit den Zielarten zu richten. Welche dies sind, wird unter → So geht’s detailliert erläutert. Diese Details zu erfassen, ist ungemein wichtig, damit sich eine homogene phänologische Datensammlung ergibt, die wissenschaftlich ausgewertet werden kann. Freilich können Sie darüber hinaus all Ihre weiteren Beobachtungen anderer Arten ebenfalls auf dem Meldeportal dokumentieren.
Buchtipp
Falls Sie selbst gern phänologische Beobachtungen sammeln oder Ihr Wissen über die Phänologie aufbauen beziehungsweise erweitern möchten, dann könnte das im Haupt Verlag erschienene Buch „Pflanzen im Rhythmus der Jahreszeiten“ genau das Richtige für Sie sein.
Dieses 272 Seiten umfassende Werk vermittelt in kompakter und allgemein verständlicher Form das wichtigste Hintergrundwissen und stellt 60 Pflanzenarten sowie deren relevante Entwicklungsstadien in Wort, Bild und Zeichnung vor.
Das Autor*innenteam legt nicht nur Wert darauf, komplexe Zusammenhänge leicht nachvollziehbar darzulegen. Es werden auch jede Menge hilfreiche Tipps für die Praxis gegeben. So wird es leichter, sich in die Regeln einzuarbeiten, die der zielgerichteten Datenerfassung als Basis dienen und sowohl von interessierten Naturbeobachtenden als auch von hauptberuflich Forschenden genutzt werden.
Hier geht es zu unserer → Rezension dieses Buches. Auch direkt beim Verlag können Sie sich → über das Buch informieren oder es auf Wunsch dort direkt bestellen.
Weshalb Name und E-Mail-Adresse beim Melden wichtig sind
Vielleicht fragen Sie sich, weshalb Sie beim Melden Ihrer Beobachtungen Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse angeben müssen. Das hat wichtige Gründe:
- Wir sind dazu verpflichtet, die gesetzlichen Vorgaben zur Kennzeichnung Urheberrecht zu befolgen. Das bedeutet, auf unserem Meldeportal dargestellte Beobachtungen, Bilder und Videos müssen mit den Namen der Melder*innen gekennzeichnet werden. Hintergrundinformationen dazu finden Sie in einem → Beitrag zu diesem Thema.
- Alle auf unserem Meldeportal veröffentlichten Beobachtungen, Bilder und Videos werden der Forschung und dem Naturschutz zur Verfügung gestellt. Bei der Auswertung der Daten kann es geschehen, dass sich Rückfragen zu einzelnen Sichtungen ergeben. Dafür ist es wichtig, dass wir Sie per E-Mail erreichen können. Sollen Ihre Daten in einer wissenschaftlichen Publikation zitiert werden, erfolgt dies in der Regel wegen der Urheberrechtsvorgaben mit Namen; siehe dazu auch Punkt 1.
Grundsätzlich behandelt NABU|naturgucker Ihre personenbezogenen Daten so, dass die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union erfüllt sind. Hier finden Sie unsere → Datenschutzerklärung.
Ihr Artenwissen vergrößern bei der NABU|naturgucker-Akademie
Für alle, die gern ihr Wissen über Pflanzen ausbauen möchten, gibt bei der NABU|naturgucker-Akademie demnächst mehrere unterschiedlich umfangreiche Lernangebote, von denen ein Kurs bereits zur Verfügung steht:
- Pflanzen Grundwissen
- Pflanzen kompakt (ab 11/2026)
- Gräser Aufbauwissen (ab 09/2026)
- Farne, Schachtelhalme, Bärlappe Aufbauwissen (ab 11/2026)
- Moose Grundwissen (ab 05/2026)
Klicken Sie sich rein!
Die NABU|naturgucker-Akademie ist ein Online-Lernort für Naturbegeisterte mit vielfältigem Angebot. Dabei entscheiden Sie, wann und wie viel Sie lernen möchten. Sämtliche Inhalte stehen Ihnen kostenlos zur Verfügung.
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