Als höchstes Hochgebirge Europas erstrecken sich die Alpen über eine Länge von 1200 Kilometern und eine Breite zwischen 150 und 250 Kilometern. Ihr Bogen reicht vom Ligurischen Meer bis zum Pannonischen Becken und durchquert dabei acht Länder: Frankreich, die Schweiz, Italien, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Slowenien und Monaco.
Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen beherbergen die Alpen eine außergewöhnliche Artenvielfalt, darunter zahlreiche Hochgebirgsarten. Zu den bekanntesten gehören der Alpensteinbock, die Gämse, das Murmeltier und der Bartgeier. Auch die Flora ist mit Alpenblumen wie Edelweiß, Enzian und Alpenrosen reich vertreten.
Im Alpenraum gibt es eine Reihe von Nationalparks und Schutzgebieten, die die einzigartige Natur dieses Gebirges bewahren sollen. Zu den bekanntesten zählen der Nationalpark Hohe Tauern in Österreich, der Schweizerische Nationalpark, der Nationalpark Berchtesgaden in Deutschland und der Nationalpark Gran Paradiso in Italien, in den → eine unserer NABU|naturgucker-Reisen führt. Ziel ist es, in diesen Gebieten nicht nur die beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt, sondern genauso die traditionelle Kulturlandschaft der Alpen zu schützen.
Das vermittelt der Kurs
Alpen Grundwissen
Artenkenntnisse
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… erkennen mithilfe von Artporträts (Feldbotanik-App) und interaktiven Übungen charakteristische Pflanzenarten der unterschiedlichen Höhenstufen und wenden diese Kenntnisse bei der Erstellung einer digitalen Sammlung auf → NABU-naturgucker-beobachtungen.de an.
Inhalte: Gehölze und Kräuter der montanen, subalpinen, alpinen und nivalen Stufe
… erkennen mithilfe von Artporträts und interaktiven Übungen charakteristische Tierarten der subalpinen und alpinen Region und wenden diese Kenntnisse bei der Erstellung einer digitalen Sammlung auf NABU-naturgucker-beobachtungen.de an.
Inhalte: Amphibien/Reptilien: Bergmolch, Grasfrosch, Feuer-/Alpensalamander, Kreuzotter; Vögel: Raufußhühner, Spechte im Bergwald, Greifvögel (u. a. Steinadler, Bartgeier, Gänsegeier), Singvögel (Alpendohle, Schneefink, Alpenbraunelle, Mauerläufer, Kolkrabe; Säugetiere: Murmeltier, Rothirsch, Gämse, Steinbock, Schneehase; Wirbellose: Gletscherflöhe, alpine Käfer (z. B. Alpenbock), alpine Schmetterlinge (z. B. Hochalpen-Widderchen, Hochalpen-Apollo, Lilagold-Feuerfalter), alpine Heuschrecken (z. B. Alpenschrecke, …), Smaragdgrüner Regenwurm
… erkennen mithilfe von Artporträts und interaktiven Übungen charakteristische Flechtenarten der subalpinen, alpinen und nivalen Stufe und wenden diese Kenntnisse bei der Erstellung einer digitalen Sammlung auf NABU-naturgucker-beobachtungen.de an.
Inhalte: Ausgewählte Bart-, Strauch-, Blatt- und Krustenflechten
Systematische Kenntnisse
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… grenzen verschiedene taxonomische Ebenen bei Pflanzengesellschaften gegeneinander ab und unterscheiden dabei zonale von azonalen Vegetationstypen.
Inhalte: Pflanzensoziologische Einheiten nach Oberdorfer: Klasse „-etea“, Ordnung „-etalia“, Verband „-ion“, Assoziation „-etum“; zonale (Höhenstufen) und azonale Vegetationstypen (z. B. Felsen und Schuttfluren, Schneeböden, Gewässer und Moore)
… kennen die gemeinsamen Merkmale der Ericaceae und ordnen ausgewählte Vertreter dieser Pflanzenfamilie zu.
Inhalte: Morphologische Merkmale, physiologische Leistungen und Mykorrhiza-Typen der Ericaceae
Bestimmungskompetenz
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… nutzen (interaktive) Bestimmungsschlüssel (z. B. → www.blumeninschwaben.de) und Apps mit automatischer Bilderkennung (z. B. Flora Incognita), um Pflanzen zu identifizieren.
Inhalte: Pflanzenarten der alpinen und nivalen Stufe
… bestimmen mithilfe eines Bestimmungspfades die in den Alpen vorkommenden Vertreter der Ericaceae.
Inhalte: Bestimmungspfad Ericaceae
… lernen gemeinsame Strukturmerkmale und Färbemethoden kennen, um verschiedene Flechtengruppen im Feld voneinander unterscheiden zu können.
Inhalte: Strukturtypen: Bart-, Strauch-, Blatt- und Krustenflechten; Färbemethoden
Biologische & ökologische Kenntnisse
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… analysieren die Angepasstheit bestimmter Pflanzenarten an die klimatischen Bedingungen und das Relief im Hochgebirge.
Inhalte: Baumgrenze, Waldgrenze, Vegetationsgrenze,
Pflanzen der Schutthalden (Schuttstauer, Schuttkriecher, …) und Lawinengassen; morphologische Merkmale, physiologische Angepasstheiten einzelner Arten
… erkennen ähnliche morphologische Merkmale als Resultat einer konvergenten Entwicklung bei nicht verwandten Arten und grenzen sie von homologen Merkmalen verwandter Arten ab.
Inhalte: Analogie und Homologie als Belege der erweiterten Evolutionstheorie; Beispiele für Analogien: Verringerung der Verdunstung, Schutz gegen UV-Strahlung bei unterschiedlichen systematischen Gruppen
… beschreiben ausgewählte Fortpflanzungsstrategien von Blütenpflanzen in der alpinen bzw. nivalen Stufe als komplexe Symbiosen und entwickeln daraus Szenarien, wie sich diese Lebensgemeinschaften durch den Klimawandel verändern werden.
Inhalte: Angepasstheiten der Pflanzen: Blütengröße, Windbestäubung, Selbstbestäubung, vegetative Vermehrung, Viviparie; Angepasstheiten der Bestäuber: Kältetoleranz, Aktivitätszeiten, synchrone Lebenszyklen
… ermitteln mithilfe einfacher Testverfahren die geologischen Verhältnisse an einem Standort, um das Vorkommen bestimmter auf das jeweilige Substrat spezialisierter Pflanzen- und Flechtenarten zu erklären.
Inhalte: Testverfahren mit verdünnter Säure zur Unterscheidung von Kalk- und Silikatgesteinen; Auswirkung der geologischen Verhältnisse sauer bzw. basisch verwitternder Gesteine auf die Vegetation; vikariierende Artenpaare
… nutzen Abbildungen, um die ökologischen Ansprüche von Gehölzen an ihre Umwelt zu ermitteln und daraus die Ursachen für die Ausbildung der Waldgrenze abzuleiten.
Inhalte: Ökogramme: Einflussfaktoren auf die Waldgrenze; limitierende Faktoren für Wald: Vegetationszeit, Frosttrocknis, Lawinen, Einfluss des Menschen
… beschreiben am Beispiel ausgewählter symbiotischer Lebensgemeinschaften den Vorteil der Kooperation für die jeweiligen Partner.
Inhalte: Symbiosen: Flechten, Bestäuber und Blütenpflanzen der alpinen Stufe, Mykorrhiza-Pilze der Waldbaum-Arten, Tannenhäher und Zirbe, Grünerle und Strahlenpilze (Actinomycetales)
… unterscheiden verschiedene Überwinterungsstrategien bei Wirbeltierarten und leiten daraus Verhaltensweisen ab, um diese Arten im Winter nicht zu stören.
Inhalte: Winterstarre/Winterschlaf (z. B. Murmeltier, Amphibien)
Nutzung anderer Nahrungsgebiete (z. B. Rotwild, Steinwild, Gamswild); Energiesparendes Verhalten (z. B. Raufußhühner)
Lebensraumkenntnisse
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… beschreiben das heutige Erscheinungsbild der Alpen als Resultat eines plattentektonischen Prozesses und der seither andauernden Erosionsvorgänge.
Inhalte: Plattentektonik, Eiszeiten, Erosion
… erstellen mithilfe von Daten aus Wetterstationen und einfachen Naturbeobachtungen eine grobe Wetterprognose.
Inhalte: Föhn, Gewitter, Schönwetter-Fenster; Analyse von Wetterdaten, Wolkenformationen, Wanderung von Tieren
… grenzen die einzelnen Höhenstufen der Alpen voneinander ab und analysieren die zugrunde liegenden abiotischen Faktoren dieser Zonierung.
Inhalte: Montane Stufe, subalpine Stufe, alpine Stufe, nivale Stufe; klimatische Bedingungen in den jeweiligen Stufen
… unterscheiden verschiedene Wald- und alpine Rasengesellschaften anhand ausgewählter Arten, um die Vegetation der alpinen Stufe als komplexes Mosaik unterschiedlicher Lebensräume zu beschreiben.
Inhalte: Zonale Vegetationstypen: Buchen-Tannen-Wälder
Fichten-Tannen-Wälder, Lärchen-Zirben-Wälder,
alpine Sauerbodenrasen, alpine Kalkrasen, Nackttriedrasen, Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden, Gletschervorfelder
azonale Vegetationstypen: Fels-/Geröllfluren, Lawinengassen, Schneeböden, Moore, Hochstaudenfluren, Windkanten (Gämsheide-Spaliere)
… definieren die Begriffe Wildnis und Kulturlandschaft und erkennen, dass weite Teile des Alpenraums durch die menschliche Nutzung stark beeinflusst sind.
Inhalte: Abgrenzung Wildnis und Kulturlandschaft; Besiedlungs- und Nutzungsgeschichte der Alpen; Wildnisgebiete am Beispiel alpiner Nationalparke
… beschreiben verschiedene Eingriffe des Menschen in die alpinen Ökosysteme und ihre Auswirkungen auf die Biodiversität, um daraus Regeln abzuleiten, wie einerseits die biologische Vielfalt der Alpen erhalten und andererseits eine nachhaltige Entwicklung des Siedlungsraumes gewährleistet werden kann.
Inhalte: Nutzungsformen und ihre Auswirkungen auf die biologische Vielfalt: landwirtschaftliche Nutzung der Almen als Sommerweiden; (Winter-)Tourismus in den Alpen: Verkehr, Seilbahnen, Beschneiung; Wasserkraft: Stauseen und Laufwasserkraftwerke
… erkennen die Bedeutung der Alpen als Wasserspeicher für weite Teile Europas.
Inhalte: Gletscher als Süßwasserreservoir; Entwicklung der Gletscher im Klimawandel; Alpen als Quellregion der großen europäischen Flüsse
Naturschutzkompetenz
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… vollziehen anhand von Wanderungsbewegungen ausgewählter Pflanzenarten die Auswirkungen der Klimaerwärmung nach.
Inhalte: Verschiebung der Höhenstufen, experimentelle Ansätze (GLORIA-Projekt), zukünftige Entwicklungen
… informieren sich über die Auswirkungen des Klimawandels auf die alpinen Ökosysteme und analysieren die möglichen Folgen für die Menschen.
Inhalte: Prognostizierte Klimaänderungen anhand von Klimamodellen; Auswirkungen von höheren Temperaturen und Änderungen im Niederschlagsregime auf alpine Ökosysteme; Auswirkungen auf den Tourismus (mangelnder Schnee, Schmelzen des Permafrosts), Siedlungsräume (Schutzwälder)
… leiten aus den Gründen für den Rückgang der Almwirtschaft Maßnahmen ab, um die davon betroffenen alpinen Ökosysteme und ihre biologische Vielfalt zu erhalten.
Inhalte: Bedeutung der Almwirtschaft für die biologische Vielfalt; Strukturwandel von der landwirtschaftlichen zur touristischen Nutzung oder der Aufgabe der Nutzung; Bedeutung von Beutegreifern (Wolf, Bär) für die Almwirtschaft
… kennen gesetzliche Rahmenbedingungen und internationale Abkommen zum Schutz der alpinen Ökosysteme.
Inhalte: Internationale (z. B. Alpenkonvention, Berner Konvention) und nationale Vereinbarungen zum Schutz der Alpen
Methodenkompetenz
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… nutzen NABU-naturgucker-beobachtungen.de, um besonders interessante Beobachtungsgebiete in den Alpen zu finden und legen eigene Beobachtungsgebiete an.
Inhalte: Nutzung von NABU-naturgucker-beobachtungen.de
… beobachten verschiedene Pflanzen-, Tier- und Flechtenarten und dokumentieren ihre eigenen Beobachtungen auf NABU-naturgucker-beobachtungen.de.
Inhalte: Datenqualität; Methoden der Dokumentation und Sicherung in Meldesystemen
… werten moderne Beobachtungsmethoden aus, um Wanderungsbewegungen von Tierarten zu verfolgen.
Inhalte: Besenderte Tiere: Bartgeier-Monitoring, Bewegungsprofile von Gämsen, Rotwild etc.
… kennen die Verhaltensregeln für die Naturbeobachtung im Gebirge, um die empfindlichen Ökosysteme zu schonen und vor allem sich selbst nicht in Gefahr zu bringen.
Inhalte: Alpine Gefahren; Ausrüstung; Planung einer Exkursion
… erleben die Natur der Alpen als persönliche Inspirationsquelle.
Inhalte: Naturwahrnehmung und Naturverbindung
Das Projekt NABU|naturgucker-Akademie wird gefördert im → Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Bundesprogramms Biologische Vielfalt wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.
Bildquellen
Alpen Grundwissen (c) Michael Kunde/NABU-naturgucker.de
