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Phänologie (Pflanzenjahr)

  • Blühende Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana), (c) Willi Rether/NABU-naturgucker.de
    Blühende Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana), (c) Willi Rether/NABU-naturgucker.de

Über diese Meldeaktion

Willkommen bei der Informationssammlung zu unserem Beobachtungsprojekt (Monitoring) zur Phänologie, das NABU|naturgucker in Kooperation mit dem → Deutschen Wetterdienst (DWD) durchführt.

Unter dem Begriff „Phänologie“ beschäftigen wir uns mit der Frage, wie die Jahreszeiten tatsächlich auftreten – nicht in Form von Kalenderdaten, sondern in Form von Wachstum und Entwicklungen in der Pflanzenwelt. So läutet z. B. die Blüte der Hasel den Vorfrühling ein und die Apfelblüte den Vollfrühling – unabhängig davon, ob diese 10 Tage früher oder später zu beobachten sind. Und zu beobachten ist in der Tat, dass sich der Blühbeginn einiger Pflanzenarten immer weiter auf frühere Zeitpunkte im Jahr verlagert. Darin zeigt sich nicht nur der Einfluss des Wetters, sondern der langfristige Einfluss des Klimas und Klimawandels auf Abläufe in der Natur. Gemeinsam mit unserem Partner richten wir ein Projekt aus, um diese Entwicklungen im Blick zu behalten und zu untersuchen. Helfen Sie mit und melden Sie uns ihre Beobachtungen!

So geht’s: Pflanzenbeobachtungen melden

Weil das Phänologie-Monitoring ein umfangreiches Artenrepertoire umfasst und das gesamte Jahr über stattfindet, sind die Aufgabenstellungen auf die jeweiligen phänologischen Jahreszeiten abgestimmt. → Weiter unten finden Sie die aktuellen und bald darauf anstehenden Beobachtungsaufgaben. Gern können Sie Ihre Beobachtungen auf unserem → Meldeportal für Naturbeobachtungen dokumentieren.

Aktuelle Zielarten und Phänologieaspekte

Jahresübersicht einblenden
Phänologische
Jahreszeiten
Art(en) und phänologisch Aspekte
Vorfrühling1. Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana) – Blühbeginn
2. Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) – Blühbeginn
3. Sal-Weide (Salix caprea) – Blühbeginn, gelbe Staubbeutel sichtbar
Erstfrühling1. Garten-Forsythie (Forsythia x intermedia) – Blühbeginn
2. Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) – Blüte
Vollfrühling1. Kultur-Apfel (Malus domestica) – Blühbeginn
2. Bär-Lauch (Allium ursinum) – Blüte
Frühsommer1. Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) – Blühbeginn, erste Dolde zur Hälfte aufgeblüht
2. Eberesche (Sorbus aucuparia) – Blühbeginn
Hochsommer1. Rote Garten-Johannisbeere (Ribes rubrum var. domesticum) – erste Früchte reif
2. Wilde Karde (Dipsacus fullonum) – Blüte
Spätsommer1. Kultur-Apfel (Malus domestica), frühreifend – erste Früchte reif, erstes Durchpflücken lohnt sich
2. Eberesche (Sorbus aucuparia) – erste Früchte voll ausgefärbt
Frühherbst1. Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) – erste Früchte voll ausgefärbt
Vollherbst1. Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) – erste Früchte fallen herunter
Spätherbst1. Eberesche (Sorbus aucuparia) – Blattfall, 50 % gefallen
Winter1. Kultur-Apfel (Malus domestica), spätreifend – Blattfall, 50 % gefallen

Aufgabe Vollherbst

Wie die drei anderen kalendarischen Jahreszeiten wird auch der Herbst von den Meteorologen in drei Abschnitte unterteilt. Dass der Vollherbst begonnen hat – er folgt auf den Frühherbst und ist seinerseits der Vorläufer des Spätherbstes –, ist an vielen Details in der Natur gut zu erkennen. Meist verfärben sich die ersten Blätter von Laubbäumen und Sträuchern gelblich oder rötlich, was allerdings in Jahren mit sehr heißen Sommern auch schon erheblich früher im Jahr stattfinden kann.

Im Rahmen des Monitorings melden Sie bitte die Beobachtungen folgender Pflanzenart auf dem Meldeportal:

  • erste Früchte fallen herunter bei der Gewöhnlichen Rosskastanie.
Reife Frucht der Gewöhnlichen Rosskastanie, (c) Bernhard Schöner/NABU-naturgucker.de
Reife Frucht der Gewöhnlichen Rosskastanie, (c) Bernhard Schöner/NABU-naturgucker.de

Zu erkennen, wann diese Phase erreicht ist, ist vergleichsweise leicht. Es muss lediglich auf dem Boden um eine Gewöhnliche Rosskastanie herum nach Früchten gesucht werden.

⚠️Hinweis: Falls von den von Ihnen beobachteten Pflanzen in Ihrer Region noch keine Früchte heruntergefallen sind, können Sie diese Beobachtungen trotzdem auf dem Meldeportal melden. Geben Sie dann bitte als Detail „fruchtend/sporend“ an, ansonsten bitte „erste reife Früchte“ melden – diese Option steht für die ersten gefallenen Früchte.

Hier finden Sie einen → Beschreibungstext über die Zielart.

Aufgabe Spätherbst

Als Spätherbst wird diejenige Zeit des Jahres bezeichnet, in der der Herbst bereits sehr weit fortgeschritten ist. Zahlreiche sommergrüne Bäume und Sträucher zeigen verfärbtes Laub und werfen es ab. Meteorolog*innen, die den Beginn dieser phänologischen Jahreszeit erforschen, konzentrieren sich hierbei insbesondere auf eine Art, die wir deshalb in das Monitoring mit aufgenommen haben. Melden Sie bitte die Beobachtungen folgender Pflanzenspezies auf dem Meldeportal:

  • Blattfall, 50 % gefallen, bei der Eberesche.
Herbstlaub der Eberesche, (c) Wolfgang Katz/NABU-naturgucker.de
Herbstlaub der Eberesche, (c) Wolfgang Katz/NABU-naturgucker.de

Zu erkennen, wann diese Phase erreicht ist, ist vergleichsweise leicht möglich, indem die Exemplare dieser Pflanzenart betrachtet und auf das Vorhandensein von Blättern geachtet wird. Bitte tragen Sie beim Melden Ihrer Beobachtungen „50 % der Blätter gefallen“ ein.

⚠️Hinweis: Falls von den von Ihnen beobachteten Pflanzen in Ihrer Region nur wenige Blätter oder bereits mehr als die Hälfte der Blätter abgefallen sind, können Sie diese Beobachtungen trotzdem auf dem Meldeportal melden. Vermerken Sie dann einfach „Blätter abwerfend“.

Hier finden Sie einen → Beschreibungstext über die Zielart.

Aufgabe Winter

Aus Sicht der Meteorolog*innen beginnt der Winter, wenn bestimmte Baumarten ihre Blätter abwerfen. Es handelt sich dabei um Bäume, die relativ spät ihr Laub abwerfen. Andere Laubbaumarten sind zu dieser Zeit oft bereits vollständig blattlos. Stellvertretend für den Beginn dieser phänologischen Jahreszeit sind der Blattfall der Stiel-Eiche (Quercus robur), des spätreifenden Kultur-Apfels (Malus domestica) und der Europäischen Lärche (Larix decidua). Melden Sie bitte die Beobachtungen folgender Pflanzenspezies auf dem Meldeportal:

  • Blattfall, 50 % gefallen, beim spätreifenden Apfel.
Kultur-Apfel (Malus domestica) im Herbst, (c) Ronny Hartwich/NABU-naturgucker.de
Kultur-Apfel im späten Herbst, (c) Ronny Hartwich/NABU-naturgucker.de

Zu erkennen, wann diese Phase erreicht ist, ist vergleichsweise leicht möglich, indem die Exemplare dieser Pflanzenart betrachtet und auf das Vorhandensein von Blättern geachtet wird. Bitte tragen Sie beim Melden Ihrer Beobachtungen „50 % der Blätter gefallen“ ein.

⚠️Hinweis: Falls von den von Ihnen beobachteten Pflanzen in Ihrer Region nur wenige Blätter oder bereits mehr als die Hälfte der Blätter abgefallen sind, können Sie diese Beobachtungen trotzdem auf dem Meldeportal melden. Vermerken Sie dann einfach „Blätter abwerfend“.

Hier finden Sie einen → Beschreibungstext über die Zielart.

Beschreibungen der Zielarten ansehen

Weiterführende Infos über die Zielarten unseres Beobachtungsprojekts Phänologie finden Sie → hier.

Projektzeitraum

Da der Fokus auf mehreren Pflanzenarten und unterschiedlichen Vegetationsphasen liegt, erstreckt sich die Laufzeit des Phänologie-Monitorings über das gesamte Jahr. Oft können die ersten Arten bereits im Januar beobachtet werden, die letzten sind bis in den November oder Dezember hinein in der entsprechenden Phase zu sehen. Sie können mit Ihren Beobachtungen vom Jahresbeginn bis zum Jahresende wertvolle Beiträge zu dem Beobachtungsprojekt leisten.

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Hintergründe

Früher haben die Menschen die Natur sehr genau beobachtet, um rechtzeitig die Saat auszubringen oder den richtigen Zeitpunkt für die Ernte abzupassen. Wann welche Pflanzen erstmals blühen, war für sie oft wichtiger als ein Kalender. Denn abhängig vom Witterungsgeschehen des jeweiligen Jahres in der betrachteten Region kann der Blühbeginn einer Pflanzenart ein wenig früher oder später als im durchschnittlichen Mittel stattfinden. Einen fixen, allgemeingültigen Termin gibt es nicht.

Seit einigen Jahren verlagert sich der Beginn der Blütezeit einiger Pflanzen zusehends auf frühere Zeitpunkte im Jahr. Je nach Pflanzenart können dies bis zu 30 Tage sein, berichtete die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) bereits im Jahr 2011, siehe → Quelle. Zurückzuführen ist diese Verschiebung laut Fachleuten auf den Klimawandel.

Gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) führt NABU-naturgucker.de seit 2018 ein Projekt durch, in dessen Rahmen Beobachtungsdaten zu bestimmten Pflanzenarten gesammelt werden sollen. Es geht dabei um die Phänologie, also um die im Jahresverlauf auftretenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen ausgesuchter Pflanzenarten. Hierbei wird das Jahr nicht nur in vier Jahreszeiten unterteilt, sondern in deutlich feiner abgestufte phänologische Jahreszeiten. Jede dieser phänologischen Jahreszeiten wird durch eine sogenannte Leitphase eröffnet, zum Beispiel der Vorfrühling durch die Blüte der Gewöhnlichen Hasel (Corylus avellana), siehe hierzu auch der Beitrag → Die phänologische Uhr auf der Webseite des DWD.

Wer sich an unserem Phänologie-Beobachtungsprojekt beteiligen und Beobachtungsdaten – am besten immer aufgewertet mit Belegbildern – melden möchte, den bitten wir darum, die Aufmerksamkeit auf spezifische Aspekte im Zusammenhang mit den Zielarten zu richten. Welche dies sind, wird unter → So geht’s detailliert erläutert. Diese Details zu erfassen, ist ungemein wichtig, damit sich eine homogene phänologische Datensammlung ergibt, die wissenschaftlich ausgewertet werden kann. Freilich können Sie darüber hinaus all Ihre weiteren Beobachtungen anderer Arten ebenfalls auf dem Meldeportal dokumentieren.

Buchtipp

Falls Sie selbst gern phänologische Beobachtungen sammeln oder Ihr Wissen über die Phänologie aufbauen beziehungsweise erweitern möchten, dann könnte das im Haupt Verlag erschienene Buch „Pflanzen im Rhythmus der Jahreszeiten“ genau das Richtige für Sie sein.

Dieses 272 Seiten umfassende Werk vermittelt in kompakter und allgemein verständlicher Form das wichtigste Hintergrundwissen und stellt 60 Pflanzenarten sowie deren relevante Entwicklungsstadien in Wort, Bild und Zeichnung vor.

Das Autor*innenteam legt nicht nur Wert darauf, komplexe Zusammenhänge leicht nachvollziehbar darzulegen. Es werden auch jede Menge hilfreiche Tipps für die Praxis gegeben. So wird es leichter, sich in die Regeln einzuarbeiten, die der zielgerichteten Datenerfassung als Basis dienen und sowohl von interessierten Naturbeobachtenden als auch von hauptberuflich Forschenden genutzt werden.

Buchcover Pflanzen im Rhythmus der Jahreszeiten beobachten, Haupt Verlag
Buchcover Pflanzen im Rhythmus der Jahreszeiten beobachten, Haupt Verlag

Hier geht es zu unserer → Rezension dieses Buches. Auch direkt beim Verlag können Sie sich → über das Buch informieren oder es auf Wunsch dort direkt bestellen.

Weshalb Name und E-Mail-Adresse beim Melden wichtig sind

Vielleicht fragen Sie sich, weshalb Sie beim Melden Ihrer Beobachtungen Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse angeben müssen. Das hat wichtige Gründe:

  1. Wir sind dazu verpflichtet, die gesetzlichen Vorgaben zur Kennzeichnung Urheberrecht zu befolgen. Das bedeutet, auf unserem Meldeportal dargestellte Beobachtungen, Bilder und Videos müssen mit den Namen der Melder*innen gekennzeichnet werden. Hintergrundinformationen dazu finden Sie in einem → Beitrag zu diesem Thema.
  2. Alle auf unserem Meldeportal veröffentlichten Beobachtungen, Bilder und Videos werden der Forschung und dem Naturschutz zur Verfügung gestellt. Bei der Auswertung der Daten kann es geschehen, dass sich Rückfragen zu einzelnen Sichtungen ergeben. Dafür ist es wichtig, dass wir Sie per E-Mail erreichen können. Sollen Ihre Daten in einer wissenschaftlichen Publikation zitiert werden, erfolgt dies in der Regel wegen der Urheberrechtsvorgaben mit Namen; siehe dazu auch Punkt 1.

Grundsätzlich behandelt NABU|naturgucker Ihre personenbezogenen Daten so, dass die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union erfüllt sind. Hier finden Sie unsere → Datenschutzerklärung.

Ihr Artenwissen vergrößern bei der NABU|naturgucker-Akademie

Lernthema Pflanzen der NABU|naturgucker-Akademie

Pflanzen begleiten uns überall und sind Grundlage vieler Lebensräume. In der NABU|naturgucker-Akademie entstehen verschiedene Lernangebote für alle, die mehr über diese vielfältige Organismengruppe erfahren möchten. „Pflanzen Grundwissen“ ist bereits verfügbar, weitere Kurse zu Gräsern, Farnen, Schachtelhalmen, Bärlappen und Moosen folgen ab Herbst 2026. Klicken Sie sich rein!

Die NABU|naturgucker-Akademie ist ein Online-Lernort für Naturbegeisterte mit vielfältigem Angebot. Dabei entscheiden Sie, wann und wie viel Sie lernen möchten. Sämtliche Inhalte stehen Ihnen kostenlos zur Verfügung.

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