Land: Italien
Termin: 12.04.2027 bis 23.04.2027 (12 Reisetage)
Reiseleitung: → Stefan Munzinger
Teilnehmende: min. 8, max. 12
Reiseveranstalter: NABU|naturgucker-Reisen
Inhalt
Allgemeine Informationen
Während des Frühlings lockt die zweitgrößte Insel im Mittelmeer mit einem Reichtum an Farben und Düften: Sattgrün mit bunten Blüten, beispielsweise von Ginster und Zistrosen, zeigt sich die Gehölzzone der → Macchie. In den Zwergstrauchgesellschaften der → Garrigue gedeihen Kräuter wie Rosmarin und Lavendel. Ebenso vielfältig sind die Landschaftsformen über den unterschiedlichen Gesteinen, die sich in Höhen von bis zu 1 800 Metern erheben. Sardinien wirkt wie ein eigenständiger kleiner Kontinent.
Entsprechend abwechslungsreich ist unser Reiseprogramm: Wir besuchen die geschützte Molentargius-Saline (→ Parco Naturale Molentargius Saline) mit ihren Rosaflamingos ebenso wie die durch jahrhundertelange menschliche Nutzung entstandenen Strauchheiden und jahrhundertealte Wälder mit Stein-Eichen, Kork-Eichen und Flaum-Eichen. Im → Nationalpark Gennargentu erwarten uns Orchideen, Lilien und Pfingstrosen sowie mit großem Glück außerdem Mufflons.
Mehr als 2 500 Arten an Blütenpflanzen sind auf Sardinien nachgewiesen; gemeinsam mit Korsika bildet die Insel ein eigenes Florenreich. Rund 350 Arten sind endemisch. Von den etwa 40 Orchideen-Taxa kommen 3 Ragwurze ausschließlich auf der Insel vor. Sowohl nach dem maximal 4 Zentimeter großen Zwergedelweiß als auch nach dem bis zu 3 Meter aufragenden Riesenfenchel werden wir suchen.
Eine kulturhistorische Besonderheit Sardiniens sind die Turmbauten der → Bonnanaro-Kultur (2200 bis 1600 vor Christus) und der nachfolgenden → Nuraghen-Kultur (1600 bis 400 vor Christus). Sie sind Zeugnisse einer Zeit der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte. Im Archäologischen Park von Selene (→ Parco Archeologico di Selene) besuchen wir eine Siedlung aus dem 15. Jahrhundert vor Christus mit Fundamenten und Gigantengräbern.
An etwa 300 Tagen im Jahr scheint auf Sardinien die Sonne. Zur Reisezeit im Mai erwarten uns im mediterranen Klima bis zu 22 °C. Bekannt ist die Insel zudem für ihre Küche mit zahlreichen regionalen und traditionellen Spezialitäten. In den Bergdörfern leben übrigens besonders viele Menschen, die über 100 Jahre alt sind. Grund dafür soll die gesunde Ernährung sein …
Programm
1. Tag: Anreise nach Cagliari – Iglesias
Anreise nach Cagliari. Je nach persönlicher Präferenz kann dies klimaschonend per Bahn oder per individueller Pkw-Anreise bzw. Flug erfolgen. Treffpunkt ist der Flughafen Cagliari. Gemeinsamer Transfer zum Hotel in Iglesias.
2. Tag: Iglesias
Wir fahren in die Gegend westlich und nördlich von Iglesias. Dort liegen die meisten Vorkommen von → Chestermanns Ragwurz (Ophrys chestermanii) und → Normans Ragwurz (Ophrys normanii). Auch → Ophrys morisii ist zu erwarten.
3. Tag: Iglesias – Alghero
An diesem Tag machen wir uns auf nach Norden bis Alghero. Unterwegs besuchen wir das bei Orchideenfreund*innen gut bekannte Eukalyptus-Wäldchen südwestlich von Sanluri. Mit etwas Glück können wir hier unter anderem → Nurra-Zungenstendel (Serapias nurrica), Ophrys papilionacea subsp. grandiflora und weitere Orchideenarten entdecken. Die interessanten Lebensräume der Sinis-Halbinsel mit → Gelber Ragwurz var. lepida (Ophrys fusca subsp. lepida), Ophrys fusca subsp. corsica und Gelber Ragwurz var. liverani (Ophrys fusca subsp. liveranii) suchen wir ebenfalls auf.
4. Tag: Alghero
Um Alghero besuchen wir individuenreiche Fundorte unter anderem mit Exemplaren der → Hummel-Ragwurz var. annae (Ophrys fuciflora var. annae), einem Taxon aus der bornmuelleri-Gruppe, sowie vielleicht noch → Spinnen-Ragwurz subsp. praecox (Ophrys sphegodes subsp. praecox).
5. Tag: Alghero – Tempio Pausania
An diesem Tag fahren wir die innere und äußere Gallura, eine urtümliche Granitlandschaft mit einzigartigen Tafoni-Verwitterungen, Glockenbergen und Kork-Eichenwäldern. Entlang unseres Weges gibt es mehrere Exkursionspunkte mit reichen Fundmöglichkeiten für Orchideen und andere Pflanzen.
6. Tag: Tempio Pausania – Lanusei
Wir erkunden den Süden im Supramonte, dem zweithöchsten Gebirge Sardiniens. Es besteht aus mesozoischem Kalkstein. Das Gebirge fällt mit steilen Hängen in den Golf von Orosei ab. Nach Exkursionen an mehreren Fundpunkten, wo wir unter anderem → Brancifortis Knabenkraut (Orchis quadripunctata subsp. brancifortii) begegnen können, geht es am Nachmittag weiter nach Lanusei.
7. und 8. Tag: Lanusei
An diesen beiden Tagen erkunden wir auf ganztägigen Exkursionen den südlichen Gennargentu und die Ogliastra. Die starken Höhendifferenzen und die geologische Variabilität auf engem Raum führen dort zu einer hohen Vielfalt an unterschiedlichen Biotoptypen. Wir werden auf Arten wie → Insel-Fingerwurz (Dactylorhiza insularis), → Moris Ragwurz (Ophrys argolica subsp. morisii), → Panatta-Ragwurz (Ophrys panattensis) und → Regenbogen-Ragwurz var. eleonorae (Ophrys iricolor var. eleonorae) treffen. Ergänzend besuchen wir den Parco Archeologico Bosco Seleni mit Gigantengräbern und Nuraghen (Turmbauten der Bonnanaro-Kultur).
9. Tag: Lanusei – Iglesias
Entlang der Küste fahren wir zuerst südlich und dann westlich über Cagliari nach Iglesias. Vormittags besuchen wir Fundorte nordöstlich und südöstlich von Lanusei, unter anderem mit → Trabunts Dingel (Limodorum trabutianum). Nachmittags begeben wir uns in den Parco Naturale Molentargius Saline südöstlich von Cagliari mit einer vielfältigen Vogelwelt, darunter beispielsweise → Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) und → Zwergdommeln (Ixobrychus minutus). Botanisch interessant sind die Vorkommen des → Malteserschwammes (Cynomorium coccineum).
10. und 11. Tag: Iglesias
Erneut fahren wir in die Gegend westlich und nördlich von Iglesias sowie zum bekannten Eukalyptus-Wäldchen südwestlich von Sanluri. Wir erhoffen uns, die Hochblüte von Chestermanns Ragwurz (Ophrys chestermanii) und Normans Ragwurz (Ophrys normanii) zu erleben. Im Eukalyptus-Wäldchen haben wir Chancen auf Sichtung des etwas später aufblühenden Nurra-Zungenstendel subsp. santuingense (Serapias nurrica subsp. santuingense), der nur im Süden Sardiniens vorkommt.
Eine weitere Ganztagestour führt uns zum Passo Ortuabis. In den Hochlagen gibt es sehr interessante Ragwurz-Vorkommen. Nicht immer lässt sich sagen, ob es noch eher eine Braune Ragwurz (Ophrys fusca) oder doch bereits eine Kleine Gelbe Ragwurz (Ophrys sicula) ist. In dieses breite Spektrum gehören Taxa wie beispielsweise Ophrys fusca subsp. ortuabis und Ophrys sicula subsp. corsica. Auch die Wespen-Ragwurz var. aprilia (Ophrys tenthredinifera var. aprilia) ist zu erwarten.
12. Tag: Rückreise ab Iglesias
Sofern unsere Rückflüge erst am Abend stattfinden, besuchen wir eventuell noch die Salinen mit ihrer gebietstypischen Flora an der Südküste der Insel sowie anschließend das Zentrum von Cagliari. Für Sightseeing in der sardischen Hauptstadt bleibt dann noch ausreichend Zeit. Rechtzeitig geht es weiter zum Flughafen Cagliari Elmas, von wo aus die Heimreise mit dem Flugzeug oder vom Festland mit der Bahn erfolgt.
Artimpressionen
Preise pro Person
Die Preise für diese Reise in der Saison 2027 stehen derzeit noch nicht fest.
Nachlässe auf Grundpreis
Mitglieder des NABU: 3 %
Registrierte Nutzer*innen des Meldeportals von NABU|naturgucker/der NABU|naturgucker-Akademie: 3 %
Aktive Beobachter*innen mit min. 250 Beobachtungen auf dem Meldeportal von NABU|naturgucker: 4,5 %
Es kann pro Person jeweils nur einer der drei zuvor genannten Preisnachlässe in Anspruch genommen werden.
An-/Abreisemöglichkeiten
Klimaschonende An-/Abreise mit Bahn und Fähre (∅ Klimawirkung: 130 kg CO2)*: ab etwa 380 €
Flug (unverbindlich) (∅ Klimawirkung: 580 kg CO2)*: ab etwa 300 €
An-/Abreise mit Pkw (∅ Klimawirkung: 470 kg CO2)*
* Durchschnittlicher Wert ab/bis Frankfurt am Main, die realen Werte variieren abhängig vom individuellen An-/Abreiseort.
An-/Abreise mit Bahn und Fähre
Um Ihre Planung so einfach wie möglich zu gestalten, wurde ein attraktives Beispiel der An- und Abreise mit der Bahn und der Fähre recherchiert. Diese umweltfreundliche Variante ermöglicht es, die Reise von Beginn an entspannt zu genießen.
Zusätzlich können Sie Zwischenstopps auf Hin- und/oder Rückreise eingelegen, um eine neue Stadt kennenzulernen und dort z. B. Museen zu besuchen oder sich einfach umzuschauen. So wird die An- und Abreise selbst zu einem interessanten Reiseerlebnis. Die Buchung der Bahnverbindungen erfolgt eigenständig. Auf Wunsch kann aber eine Unterkunft am Zwischenstopp durch NABU|naturgucker-Reisen gebucht werden
Hinfahrt
→ Frankfurt Main Hbf. > Milano Centrale > Roma Termini (ggf. Zwischenstopp)
Weiterfahrt → Roma Termini > → Civitavecchia (Nachtfahrt) > Cagliari
Weiterfahrt → Cagliari Porto > Elmas Aeroporto (Zielort)*: ab etwa 190 €
Rückfahrt
→ Cagliari Elmas > Sassari > Porto Torro Marittima (Nachtfahrt)
Weiterfahrt: → Porto Torres Marittima > Genova (ggf. Zwischenstopp)
Weiterfahrt: → Genova Piazza Principe > Milano Centrale > Frankfurt Main Hbf.*: ab etwa 170 €
* Beispielverbindung und Preisorientierung, einfache Fahrt/pro Person, 2. Klasse, ohne BahnCard oder sonstige Ermäßigungen. Preise und Verfügbarkeiten: Stand 15.09.2026.
Die An- und Abreise im eigenen Tempo gestalten
→ Interrail Global Pass für Europa: ab 212 €
Optionen Unterkunft am Zwischenstopp
1. Hotel/Unterkunft in Roma*: ab 100 €
2. Hotel/Unterkunft in Genova*: ab 100 €
* Hotel-/Unterkunftspreise sind Richtpreise; Preise pro Nacht/Person; alle Angaben ohne Gewähr.
Vorschläge für Aktivitätsmöglichkeiten am Zwischenstopp
Roma: → Orto Botanico di Roma (Gärten und Parks), → Katakomben von Priscilla (Sehenswürdigkeit), → Centrale Montemartini (Kultur)
Genova: → Funicolare Zecca-Righi (Kultur), → Villetta Di Negro (Garten), → Castello D’Albertis (Museo delle Culture) (Sehenswürdigkeit)
Leistungen
- Hotelübernachtungen
- Halbpension
- Alle Exkursionen und Transfers gemäß Programm
- Eintritte laut Programm
- Deutschsprachige Reiseleitung ab/bis Cagliari
- Reduktion des CO2-Fußabdruckes gemäß → ökologischer Verpflichtungserklärung
Nicht eingeschlossene Leistungen
- An-/Abreise nach/von Cagliari*
- Übrige Mahlzeiten (vor Ort als Mittagspicknick)
- Getränke und Snacks
- Trinkgelder
- Persönliche Ausgaben
* Flüge können individuell oder durch NABU|naturgucker-Reisen gebucht werden.
Hinweise
Die Mindestanzahl der Teilnehmenden muss bis 4 Wochen vor Reisebeginn erreicht sein.
Die Programmpunkte werden von uns bei Bedarf den lokalen Bedingungen angepasst.
Veranstalter dieser NABU|naturgucker-Reise ist die → NABU|naturgucker geG. Es gelten die folgenden → Reisebedingungen. Hier finden Sie die Angaben zum → Datenschutz.
Die mit NABU|naturgucker-Reisen erwirtschafteten Erträge dienen ausschließlich gemeinnützigen Zwecken.


















